1. Meinung

Fahren und fahren lassen

Fahren und fahren lassen

Darf ich das jetzt laut sagen oder werde ich zur Strafe aus der Eifel verbannt? Na, so schlimm wird es wohl nicht werden. Also dann: Ich habe es schon immer geahnt. Landräte sind nicht ausgelastet.

Wie auch: Heerscharen dienstbarer Geister machen die Arbeit und huldigen dem Chef, der fährt (oder lässt fahren) hier und da mal nach Mainz, um zu gucken, ob da wenigstens jemand was schafft. Oder wenn der Landrat mal selber am Steuer und in dem Ort, in dem sich die Verwaltung befindet, unterwegs ist (zu ausgedehnten Mittagspausen), nimmt er unbescholtenen Arbeitnehmern den Parkplatz weg (bei Bedarf: Ich habe Beweisfotos!).

Und wenn das immer noch nicht reicht, um die unfassbar vielen freien Stunden irgendwie rumzukriegen, bewirbt man sich eben um einen Sitz für den Stadtrat. So geschehen im befreundeten Nachbarkreis Bitburg-Prüm.

Wie ich das finde? Nun, wenn der Körper es verlangt. Aber offenbar nimmt sich der geschätzte Doktor Streit ein Beispiel an den diversen Verbandsgemeindebürgermeister, die sich in den Kreistagen tummeln.

Wie ich das finde? Ehrlich? Darf ich? Achtung Verbannungsgefahr! Aber trotzdem: Wirklich da rein gehören sie nicht. Mehr Platz für einfache Bürger bitte! Wenn sich noch welche finden …

Obwohl: Ich habe ja auch etwas Verständnis. Die eigene VG könnte ja zu kurz kommen, deshalb nehmen die Bürgermeister das schwere Joch Kreistag eben auf sich. Und dankt ihnen das eigentlich irgendjemand?

Im Kreis Vulkaneifel gibt es allerdings schon lange nix mehr zu holen, da ist es nur logisch, dass der dienstälteste Verbandsgemeindebürgermeister seinen Abschied aus dem Kreistag verkündet hat.

Wie hält es wohl der Landrat unseres Vertrauens? Nimmt er sich ein Beispiel am Kollegen Streit? Kandidatur für einen Sitz für den Gemeinderat Mürlenbach? Oder gar Ortsbürgermeister?

Warum nicht? Schließlich hat er gleich ganz oben angefangen, ein fünf Jahre währendes Praktikum an der Basis kann nix schaden. Oder er zieht in einer der großen Metropolen dieses unseres Kreises. Einen gelernten Ordnungshüter kann man in beiden Stadträten immer brauchen.