Gerolsteiner Abreißkalender

Gerolsteiner Abreißkalender

So wie die Anzahl der Tage im Jahr abnimmt, vergrößert sich die Zahl der erhältlichen Kalender. Und wie ich aus gut unterrichteten Quellen weiß, plant die Stadt nun einen eigenen Kalender. Geld kann sie schließlich gut gebrauchen. Heraus kommen soll ein Abreißkalender, der Verschwundenes wie längst abgerissene Gebäude zeigt

Etwa die ehemalige Rektoratsschule, den Hansa-Brunnen am Kyllweg, den Gerolsteiner Brunnen-Komplex an der Kyll, den Fachwerkanbau des Bahnhofs-Restaurants, das Haus Dehren sowie den "Mutter-mit-Kind-Brunnen" auf dem Rondellplatz.

Doch auch Parteien und Personen kommen in diesem einmaligen Machwerk zu Ehren. Die CDU zum Beispiel, der die Fraktionssprecherin abhanden gekommen ist. Nicht zu vergessen Karl-Heinz Schwartz. "Karl-Heinz Wer?" ruft Walburga aus der Küche, als ich laut vor mich hin denke. "Unser alter Stadtbürgermeister", antworte ich und kriege zu hören. "Ja, gebrauchen könnte man den schon noch mal, aber den sieht man ja überhaupt nicht mehr. Ob der ausgewandert ist?" Ich plädiere jedenfalls für eine Doppelseite.

Ich habe erfahren, dass im Rathaus schon weitere Vordrucke angefertigt worden sind: von den Gleisen nach Prüm, die die Stadt ja lieber gestern als heute abbauen würde, um den Radweg bauen zu können. Ebenfalls fest eingeplant: Jeweils ein Bild von den Rathäusern in Jünkerath und Hillesheim, die nach der Kommunalreform ohnehin nicht mehr gebraucht werden.

Da davon auszugehen ist, dass der Kalender reißenden Absatz findet, sollte man sich bereits Gedanken über 2013 und 2014 machen. Mir fällt da schon ein Thema ein: der Kalender der nicht realisierten, verzögerten und überteuerten Baumaßnahmen. Denn den würden die Gerolsteiner auch ohne A.1 locker vollkriegen. Ich sage nur Kindergarten (vier Seiten), Waldfriedhof (zwei Seiten), Postkreisel, Realschule und nicht zuletzt die gute alte Ortsumgehung mit alternativer Tunnel-Lösung (vier Seiten). Wer wird daran nicht gerne erinnert,

meint euer Pitter