Kolumne Pitter: Hort der Vernunft

Kolumne Pitter : Hort der Vernunft

Na, auch schon alles bereit gestellt für den Picknick-Korb? Für was? Für Sonntag natürlich – wobei das Picknick bei Walburga und mir an einem nicht ganz so lauschigen Platz stattfinden wird, sondern in einem nüchternen (Wahl-)Lokal.

Also: zwei Ringe Fleischwurst, zwölf Frikadellen, eine Lage gekochte Eier, und auf Befehl von Walburga irgendwas ohne Alkohol. Liebste Ehefrau! Mit Blick auf die wandteppichgroßen Wahlzettel sage ich: Kein Alkohol ist auch keine Lösung! Ein Stündchen hab ich schon einkalkuliert, denn wer soll da mit fundiertem Wissen entscheiden, wo man kumuliert oder panaschiert oder den Namen des Nachbarn einfügt, auf dass der die Geschicke des Dorfs oder der Stadt leite? Aber mit Blick über den Eifeler Kirchturm hinaus verstummt jede Kritik sofort. Denn wir leben, wie wir in diesen Tagen und Wochen erfahren, in einem wahren Hort der Vernunft.

Wie anders ist es erklärbar, dass ein Herr Farage, welcher sich nach der  Brexit-Abstimmung dünne machte und längst als eitler Lügenbaron entlarvt wurde, urplötzlich mit einer nagelneuen Partei die Umfragen anführt? Die spinnen, die Briten, undenkbar in der grundsoliden Eifel. Wenn hier einer so etwas wie einen „Eifexit“ wollte, dann höchstens Richtung Luxemburg…dorthin, wo die Knete liegt. Auch ist kein Eifeler Politiker bekannt, der sich auf Sofas rumlümmelt, überreichlich dem Alkohol zuspricht und größere oder kleinere Vergehen zu Lasten seiner Alpen-Heimat plant. „B’soffen“ will der Gemeinte gewesen sein – Walburga, vielleicht hast du doch recht...