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Kolumne Pitter
Lasst die Kuh aus dem Sack!

FOTO: TV / Werhan, Michael
Wittlich? Welches Wittlich? Die haben ja noch nicht mal einen Flugplatz. Keinen Eifel- und keinen Moselstern. Kein Bier, kein nix. Das Einzige, das die so wirklich hinbekommen, ist diese Kirmes mit den Schweinen.

Ich hab’ mich da mal umgeguckt. Ist ja schon ein starkes Stück, wie die es schaffen, aus ihrer Stadtsage dieses Spektakel zu machen. Und unser Bitburg? Da schmeißen sich die ehrwürdigen Pater heute wieder ins Zeug, bis die Ziege kracht, ähm lacht. Aber bei allem Respekt vor diesem unerschrockenen Engagement: Wir sollten uns nicht länger von den Säubrennern abkochen lassen. Irgendwo wird der Hund schon begraben liegen. War es überhaupt ein Schwein, das in Wittlichs Sage die Möhre gegessen hat? Vielleicht war es ein Kaninchen. Stellt euch mal die Wittlicher Karnickel-Kirmes vor. „Hahaha, da lachen ja die Hühner“, frohlockt meine Walburga. Für Hühnerfrikassee würden wohl kaum so viel Leute kommen. Naja, mehr als für Ziegenkäse. Unser Wappentier ist, naja, halt schwer zu vermarkten. Da müssen wir unbedingt noch mal ran. In einem Landkreis, in dem es mehr Rinder als Einwohner gibt und „Miss Bitburg“ vier Beine hat, muss es doch in der Stadtsage auch irgendein dusseliges Rindvieh geben, das irgendwas traktiert hat und dem zu Ehren es Jahr für Jahr Rinderbraten ohne Ende gibt. Würde mich nicht wundern, wenn Oberpater Bosse unter all den treuen Geißlein nicht auch das Rindvieh findet, das unserer Sage die nötige Substanz für ein Fest gibt, das dem wilden Westen würdig ist. Wir Eifeler Cowboys und Cowgirls werden mal so richtig ziegen – ähm zeigen –, wie man die Kuh aus dem Sack lässt. Ich werde das heute mal mit den Patern besprechen. Ein Rindvieh kommt selten allein. In diesem Sinne: Prost, ihr Gäßestrepper, euer

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