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Pitter
Warum noch wählen?

FOTO: TV / Werhan, Michael
Wahlen, Wahlen, Wahlen: Ortsbürgermeisterwahl in Walsdorf, Bürgermeisterwahl in Gerolstein, dann vielleicht noch eine Stichwahl zwei Wochen später, nächstes Jahr Kommunalwahl und, und, und. Kostet Unsummen von Geld, jeder Laternenmast und Baum in unserer schönen Vulkaneifel wird mit Plakaten zugepflastert.

Da sind die Chinesen eindeutig cleverer: Wählen ihren Staatspräsidenten quasi auf Lebenszeit, sparen so Geld und schonen ihre Umwelt – wenngleich die Wahlwerbung in dieser lupenreinen Demokratur traditionell nicht ganz so ausschweifend betrieben wurde.

In Gerolstein könnte man die Wahl, wo gleich fünf Kandidaten antreten und für Wallung sorgen, auch absagen. Denn einer der Bewerber hat bereits eine offizielle Bürgermeisterwohnung bezogen. In der Aachener Straße 7 in Hillesheim. Dürfte er ja wohl kaum, wenn er es nicht ohnehin werden würde, oder? Also, was soll das ganze Brimborium noch? „Wie, das soll kein gutes Omen sein?“, frage ich bei Walburga nach, die so was Ähnliches geraunt hat.

Nur weil das in Hillesheim ist? Liegt doch in der neuen VG Gerolstein, und zwar mittendrin! Weil er der CDU angehört? Ist doch wohl ein Vorteil, schließlich hat die seit Menschengedenken in Gerolstein und Hillesheim, in der Vulkaneifel, ja der gesamten Eifel die Bürgermeister gestellt. Die paar Jährchen in der jüngeren Vergangenheit, wo sich der Wähler immer mal wieder beim Ankreuzen vertan hat, können getrost vernachlässigt werden. „Wie, das ist es auch nicht? Was denn dann?“, frage ich genervt. „Nun“, sagt meine Gattin, legt eine überheblich lange Pause ein und gibt erst dann genüsslich das Wissen preis, das ihr in der jüngsten Kaffeerunde zuteil wurde: „Die CDU hat in Hillesheim schon mal einer Bürgermeisterkandidatin ein Grundstück reserviert: Die hat aber nur 17 Prozent bekommen.“

FOTO: TV / Werhan, Michael