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Konflikte
Realität Assad anerkennen

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Ein Machtwechsel ist gerade wahrlich nicht das Thema in Syrien. Sondern das Ende des Sterbens. Von Werner Kolhoff

Auch deshalb ist die in Deutschland geradezu lustvoll betriebene Debatte „Mit oder ohne Assad“ ziemlich überflüssig. Vor fünf Jahren wäre es für den Westen noch eine realistische Option gewesen, die Opposition in Syrien mit Waffen zu unterstützen, um Assad wegzubekommen. Doch damals hat man sich nicht getraut, und dieses Fenster der Gelegenheiten hat sich geschlossen. Nun muss man die Realitäten anerkennen: Assad ist an der Macht, Iran und Russland stützen ihn. Ohne sie geht nichts. Außerdem haben Assads Truppen im Krieg derzeit die Oberhand. Dass der Mann viele Massaker zu verantworten hat, ist wahr, aber im Augenblick zweitrangig. Es geht darum, überhaupt einen Verhandlungsprozess in Gang zu bringen.


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