1. Meinung

Vom Bombast-Rock zum braven Pop

Vom Bombast-Rock zum braven Pop

Auf ihrem ersten Solo-Album „Shine” bietet die ehemalige Nightwish-Sängerin Anette Olzon neben wenigen bombastischen Symphonic-Rock-Balladen – wie der Fan sie bereits von ihrer früheren Band kennt – leider hauptsächlich glattgebürsteten Mainstream-Pop, und das völlig emotions- und ausdruckslos.

Wenn Olzon diesen Weg musikalisch weiter beschreitet, wird die Schwedin sich wohl künftig komplett aus der Rock- und Metalszene verabschieden.

Zweifelsohne verfügt sie über eine tolle Stimme, das hat sie bereits von 2007 bis 2012 als Nachfolgerin von Tarja Turunen bei der finnischen Symphonic-Metal-Band Nightwish bewiesen. Aber wenn die Stimme jetzt - wahrscheinlich von ihren schwedischen Eurovision-Song-Contest-erfahrenen Mitstreitern - nur zum Trällern belangloser Liedchen eingesetzt wird, dann ist ein großes Talent mehr als sinnlos vergeudet. Zudem stört immer wieder die völlige Emotionslosigkeit, mit der Olzon ihre gar nicht so schlechten Texte singt. Einzige Lichtblicke des Albums sind die Symphonic-Rock-Hymnen "Shine" und "Lies". Ansonsten ein eher belangloses Solo-Debüt von Anette Olzon. Jörg LehnAnette Olzon: Shine, ear Music, 0209328 ERE, LC 01666, Distribution: Edel