1. Meinung

Mein Garten: Schneckenalarm im Garten

Mein Garten : Schneckenalarm im Garten

Sie hatte den Winter mal wieder schadlos überstanden: Klein, gemein und schleimig heftete die erste Nacktschnecke der Saison unter dem marktfrischen Feldsalatblatt. Für andere wäre es das Gütesiegel „Bio“ gewesen. Für mich war es Alarmstufe Rot: Alle schneckenfraßgefährdeten Stauden mussten so schnell wie möglich vor dem Heißhunger der Mollusken geschützt werden. Rittersporn und Lilien bekamen als Erste eine Prise Schneckenkorn um den frischen Austrieb gestreut. Bei den gefräßigen Weichtieren probiere ich es erst gar nicht mehr mit sanften Methoden wie Kaffeesatz und Sägemehl als Barriere um wehrlose Pflanzen. Spätestens nach dem nächsten Regenfall rutschen sie ungehindert über die angeblich unangenehm rauen Oberflächen und rufen Bätschi! Bretter, unter denen sie sich verstecken, um anschließend von achtsamen Gärtnern aufgesammelt zu werden, lege ich erst wieder aus, wenn mir jemand eine für unsereins erträgliche Art der anschließenden Vernichtung nennen kann. Scherenschnitt und Überbrühen mögen kurz und schmerzlos für die Schnecken sein. Aber wer denkt an unsere verwundbaren Seelen. Und die ständigen Kutschierfahrten mit voll gesammelten Eimern zu entlegenen Orten, verhageln die Ökobilanz. Nicht einmal meine Kooperative mit natürlichen Schneckenjägern, denen wir alle Möglichkeiten des Unterschlupfes im Garten gewähren, löst das Problem. Igel, Amsel und Kröte wollen wahrscheinlich auch nicht immer auf Schneckenjagd gehen. Meiner Erfahrung nach gibt es nur zwei wirksame Mittel: Schneckenkorn und scharfkantige Schneckenschutzbleche, mit denen man seine Beete umrandet. Und selbst die helfen nur, wenn keine Schneckeneier in dem so geschützten Bereich liegen. Hätte man mal gut umgegraben, dann könnte sie vielleicht, eventuell, mit einer geringen Chance, der letzte Frost erwischen.

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