1. Meinung

Schon jetzt blühen einige Blumen in schönsten Farben

Garten : Immer der Nase nach zum Duftschneeball

Die milden Temperaturen bringen Winterblüher groß raus. Nie habe ich den Winter-Duftschneeball (Viburnum x bodnantense ‚Dawn’) so schön gesehen wie dieses Jahr. Vom Frost verschont, hüllt sich der Strauch in ein zart weißlich-rosafarbenes Blütenkleid.

Das wirkt so fantastisch, weil das Laubgehölz noch keine Blätter hat. Die eigentlich kleinen Einzelblüten stehen in dichten Büscheln zusammen und übersäen den kompletten Busch mit Schirmrispen. Vorausgesetzt, man hat dem Gehölz nicht den sogenannten Hausmeisterschnitt verpasst. Der rasiert jeglichen Strauch auf einer Ebene. Der Neuaustrieb wächst wie eine Meckifrisur nach oben. Bei Gehölzen wie dem Winter-Duftschneeball ist das besonders schade, weil man nie erfahren wird, wie malerisch sich der sparrig verzweigte Strauch entwickeln kann. In jungen Jahren wächst er aufrecht. Erst später strebt er auseinander und lässt die Zweige elegant bogig überhängen. In Blüte ist das die perfekte Kulisse für Vorfrühlingsblüher vom Schneeglöckchen bis zur Lenzrose. Einen „Undercut“, wie er unter Jugendlichen immer noch in Mode ist, kann man höchstens am Zaun vertreten. Der Winter-Duftschneeball ist nämlich durchaus schnittverträglich. Geschnitten wird direkt nach der Blüte. Schneidet man zu spät im Jahr, bringt man sich um die Blüten für die kommende Saison.

Das wäre schade, denn das Blütenspektakel ist nicht nur schön anzusehen. Es duftet auch herrlich. Deshalb setzt man das Duftwunder gerne an einen Weg, wo man oft vorbeikommt. Wir haben uns gleich eine ganze Duftstraße angelegt. Sie beginnt mit der Winter-Duft-Heckenkirsche und ihrem zitronigen Maiglöckchenduft, führt zu besagtem Bodnant-Winterschneeball Dawn mit Vanilleparfüm und weiter am blumig-würzigen Seidelbast vorbei, wo man zur Ährigen Scheinhasel abbiegen kann, deren Knospen nur darauf warten, ihren Duft nach Hyazinthen preiszugeben.

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