1. Meinung

So bleiben Sie fit, auch im Alter

Telefonaktionen : So bleiben Sie im Alter fit

Bewegung und Kontakte pflegen: Experten beantworten Leserfragen am TV-Telefon.

Meine Frau ist an Demenz erkrankt, und ich habe das Gefühl, ich werde immer vergesslicher. Kann ich was tun, um nicht auch an Demenz zu erkranken?

Uschi Wihr, pädagogische Leiterin des Demenzzentrums Trier, Diplom-Sozialarbeiterin und Gerontologin: Bewegen Sie sich täglich eine halbe Stunde, gehen Sie spazieren und machen Sie das sogenannte Dual-Task: Sie erledigen zwei Aufgaben gleichzeitig. Während man geht, löst  man Rechenaufgaben oder zählt das Alphabet rückwärts auf. Dabei werden neue Verknüpfungen im Gehirn geschaffen. Empfehlenswert ist auch, sich einer Herzsportgruppe anzuschließen, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Demenz verursachen. Oder Sie können mit Ihrer Frau an unserer Sportgruppe für Paare, bei denen ein Partner an Demenz erkrankt ist, teilnehmen. Schwerpunkt ist das Dual-Task.

Ich, 74, gehe seit fünf Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio. Jetzt bin ich durch eine Entzündung am Hüftgelenk gezwungen, nichts zu tun. Die Schmerzen sind so stark, dass ich einen Rollator nutze. Ich habe Angst, nach der Erkrankung nicht mehr aufzukommen, um zu trainieren.

Holger Jungandreas, Diplom-Sportwissenschaftler und Geschäftsführer des Gesundheitsparks und Vereins für Herzsport und Bewegungstherapie Trier: Ihr Körper braucht die Pause,  bis die Entzündung raus ist.  Gehen Sie täglich eine halbe Stunde langsam nonstop mit dem Rollator. Fatal wäre es, über Wochen und Monate inaktiv zu werden. Denn dann haben Sie sich schnell Inaktivität antrainiert. Ist die Entzündung aus dem Körper, starten Sie im Fitnessstudio langsam mit einer hohen  Wiederholungszahl an den Geräten, und steigern Sie sich behutsam Schritt für Schritt.

Seitdem ich, 75, ein künstliches Kniegelenk habe, kann ich das Bein nicht mehr anwinkeln. Die Operation ist jetzt schon sechs Monate her, und ich werde zunehmend ungeduldig.

Jungandreas: Bewegen Sie sich häufig, vor allem im Wasser beim Aquajogging. Und gehen Sie mehrmals in der Woche zur Krankengymnastik. Wenn Ihre Beschwerden in drei Monaten nicht besser sind, dann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Ich bin sehr einsam, was kann ich tun?

Dr. Christina Lukas, Diplom-Psychologin von der Lebensberatung des Bistums Trier in Bitburg: Es gibt zwei Wege: Überlegen Sie, welche Kontakte gibt es aus der Vergangenheit, die Sie reaktivieren könnten? Der andere Weg ist, neue Kontakte zu gewinnen. Dafür muss man das Haus verlassen und mobil sein. Es gibt in der Region Trier viele Angebote für Senioren – oft sehr kostengünstig oder kostenlos, etwa bei der Katholischen Familienbildungsstätte  oder Erwachsenenbildung, bei der Volkshochschule oder im Seniorenbüro. Ist die Einsamkeit eine Folge aufgrund des Verlusts des Partners, gibt es einige Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreise – wenden Sie sich an die SEKIS Trier.

Welche Ernährung empfehlen Sie, um im Alter gesund zu bleiben?

Marion Heinz, Ernährungsberaterin bei der AOK in Trier:   Trinken Sie viel über den Tag verteilt, essen Sie maßvoll tierisches Fett und Eiweiß und reduziert Kohlenhydrate, reichlich Gemüse und Obst.  Achten Sie dabei auf die richtigen Kohlenhydrate. Zucker etwa ist ungesund und sollte wenig Platz in der Ernährung finden. Generell gilt: Das  Maß ist entscheidend. Bei Erkrankungen sind Ernährungsempfehlungen zielgerichteter.