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Sorgenkind Rhododendron

Kathrin Hofmeister. Foto: Privat
Kathrin Hofmeister. Foto: Privat
Es kommen so viele Anfragen zu Rhododendren – da könnte man glatt eine Gruselkolumne aus dem Horrorkabinett der Schädlinge zusammenstellen: mit Dickmaulrüssler, Weißer Fliege und Rhododendron-Mottenschildlause, von Phytophtera-Welke bis Ohrläppchenkrankheit. Kathrin Hofmeister

Doch das Feld überlasse ich Spezialisten. Bei Schad- und Krankheitsbildern hilft nur die konkrete Analyse. Allgemeine Ratschläge können nur helfen, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Bevor man im Pflanzmonat September wieder zum Spaten greift, sollte man sich - und das gilt für alle Pflanzen - mit deren Standortwünschen auseinandersetzen. Bei Rhododendren bedeutet das: einen Platz suchen, der vor Wind und Sonneneinstrahlung schützt. Der Boden sollte locker und humos sein. Rhodos lieben ein saures Milieu - gegebenenfalls sollte Rhododendronerde ins Pflanzloch gemischt werden. Vom jährlichen Anreichern des Bodens mit Torfgaben dagegen ist man abgekommen. Als Flachwurzler nehmen sie jegliches Umgraben und Hacken übel. Besser deckt man ihre Wurzelscheibe mit einer lockeren Mulchschicht ab. Idealerweise besteht sie aus Nadel- und/oder Laubstreu, das mindestens einmal jährlich erneuert wird. Das Mulchen hat zudem den Vorteil, dass der Boden darunter die Feuchtigkeit hält. Rhododendren sind echte "Säufer". Bedenkt man, dass die meisten ihrer Art ursprünglich aus Gebieten mit jährlichen Niederschlagsmengen von 3000 bis 5000 Millimeter kommen, müssten sie in unserem Klima mit 600 bis 1000 Millimeter immer kurz vor dem Verdursten stehen. Doch Rhodos sind anpassungsfähig. Was nicht bedeutet, dass sie in Trockenperioden keine Unterstützung brauchen. Ansonsten können sie zum Fürchten aussehen.