Superfood – seit Jahren ein Trend bei vielen Verbrauchern

Mahlzeit : Holunder – heimisches Superfood

Superfood – seit Jahren ein Trend bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Aber es müssen nicht Goji-Beeren oder Chia Samen von weit her sein. Auch in Deutschland gedeihen zahlreiche Obst- und Gemüsesorten, die mit wertvollen Inhaltsstoffen punkten.

Beispielsweise Holunder: Seine schwarzen, säuerlich-bitteren Früchte sind reich an den Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Eisen, enthalten aber auch Betacarotin, die Vorstufe von Vitamin A. Erwähnenswert ist auch der violette Farbstoff der Früchte: Er gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen und wirkt im Körper antioxidativ, schützt also gegen „freie Radikale“. Übrigens macht sich die Lebensmittelindustrie die färbende Wirkung des Holunders zu Nutze und gaukelt uns einen höheren Fruchtgehalt in Süßigkeiten oder Jogurts vor.

Es lohnt sich also, im Herbst Ausschau nach Holunderbäumen und -sträuchern an Wald- oder Wegrändern zu halten. Die Beeren sollten jedoch nur reif gesammelt werden, erkennbar an der tief dunkelblauen bis schwarzen Färbung. Da sie Blausäure enthalten, dürfen sie nicht roh, sondern nur gekocht verzehrt werden. Beim Erhitzen baut sich dieser Giftstoff ab. Holunder eignet sich also gut zum Einkochen von Marmelade, Gelees oder Saft.

Für eine leckere selbstgemachte Marmelade braucht man 500 Gramm  Holunderbeeren. Diese werden püriert und durch ein Passiergerät (Flotte-Lotte) gedreht oder durch ein feines Sieb gestrichen, um die Fruchtmasse von den Kernen zu trennen. Die Fruchtmasse wird mit 500 Gramm Gelierzucker verrührt und vier Minuten gekocht. Wer‘s weniger süß mag, kann auch Einmach-Zucker der Varianten 1:2 oder 1:3 verwenden. Die fertige, heiße Marmelade sollte direkt in sterile Schraubgläser gefüllt und an einem dunklen, kühlen Ort gelagert werden.

Achtung! Beim Sammeln sollte darauf geachtet werden, den drei bis fünf Meter hohen Schwarzen Holunder nicht mit dem Zwerg-Strauch oder der Roten Variante zu verwechseln. Seine roten Früchte können nämlich nur nach Entfernen der Samen verwendet werden, da der enthaltene Giftstoff auch beim Erhitzen nicht zerfällt. Die Beeren des Zwerg-Holunders sind ungenießbar.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

 Die kleinen, schwarzen Früchte haben es in sich. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

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