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Theater im Stuttgarter Landtag, Promis auf saarländischen Straßen, Kunst in der Londoner U-Bahn

Theater im Stuttgarter Landtag, Promis auf saarländischen Straßen, Kunst in der Londoner U-Bahn

Baden-Württembergs oberster Versammlungssaal musste in dieser Woche nicht für politisches, sondern für echtes Theater herhalten. Parolen schreien, Flugblätter werfen oder für die gute Sache kämpfen – was sonst nur auf der Straße passiert, haben Laienschauspieler in der Kulisse des Stuttgarter Landtags aufgeführt.

Dafür holten die Macher Heinke Hartmann und Hilde Schneider 20 Bürger zwischen sieben und 70 Jahren auf die Bühne. Dort verwandelten sie sich in kritische Jugendliche, Senioren und Wutbürger. Der Titel: "Bürgerbeteiligung - Ein Lustspiel". Lustig findet das Thema Elbphilharmonie in Hamburg schon lange niemand mehr. Was den Berlinern ihr Flughafen, ist den Norddeutschen ihr Konzerthaus. Fehlgeplant, verzögert und mit explodierenden Kosten hat das einstige Prestigeprojekt längst den Status einer Lachnummer überschritten. Jetzt wurde bekannt: Allein die beteiligten Architekten streichen fast 94 Millionen Euro Honorar ein - einen saftigen Nachschlag von 35 Millionen Euro für die weitere planerische Betreuung eingerechnet. Vollkommen kostenlos arbeiten dagegen die Promis, die sich für eine Werbeaktion des Saarländischen Staatstheaters vor die Kamera gestellt haben. Mit dabei: der österreichische Schauspieler Harald Krassnitzer, Tagesschau-Sprecher Jan Hofer, Fernsehkoch Christian Rach, Fußball-Urgestein Reiner Calmund und die Unternehmerin Brigitte von Boch. Die fünf haben die Patenschaft für Spielstätten übernommen, auf die das Theater ab April wegen Umbauarbeiten im Stammhaus in Saarbrücken ausweichen muss. Ab der kommenden Woche sollen die Plakate im gesamten Saarland aufgehängt werden. Plakate zuhauf gibt es auch in der Londoner U-Bahn. Jetzt zieht unter der Erde die Kunst ein: Turner-Prize-Gewinner Mark Wallinger hat der "Tube" zum 150. Geburtstag ein Kunstwerk spendiert, dass die insgesamt 270 Stationen. thematisch miteinander verbinden soll. Die Werke, bestehend aus schwarz-weißen Labyrinth-Mustern, sind auf Emaille gemalt und haben alle unterschiedliche Motive. Ein Reiz der Star-Wars-Reihe liegt in ihren unterschiedlichen Charakteren. Einige der futuristischen Weltraumgestalten sollen demnächst in eigenen Filmen zu sehen sein - und beim neuen Rechteinhaber Disney ordentlich die Kassen klingeln lassen. Stuart Freeborn, Maskenbilder und Schöpfer von Helden wie Yoda und Chewbacca, wird nicht mehr sehen, was aus seinen Erbe wird. Er starb am Mittwoch im Alter von 98 Jahren. "Seine Kunst und sein Handwerk werden für immer in seinen Figuren weiterleben", sagte Star-Wars-Erfinder George Lucas. Dem ist dann wohl nichts hinzuzufügen.…