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Kolumne
Dialekt kommt wieder

Josef Marx. TV-Foto: Roland Morgen
Josef Marx. TV-Foto: Roland Morgen FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Früher, als es noch mehr Mundartsprecher gab, war es üblich, die tägliche Kommunikation in der Mundart zu führen. Wie giet ett? Watt michst de wei? Datt öss sauwer! Datt mer deisch maol widder ze Gesieschd kriet! So oder so ähnlich lief die Begrüßung ab.

Hochdeutsch zu parlieren, war außergewöhnlich. Klang auch nicht so gut.
Es kam nur in bestimmten Situationen, auf amtlichen Stellen, in Schreiben, in der Schule und so weiter zum Tragen. Mit der Zeit verdrängten Bildung, Medien gesprochener oder geschriebener Art, technischer Fortschritt, globaler Kommerz die Mundarten deutschlandweit. Davon blieb der Trierer Dialekt nicht verschont. So ging das Jahrzehnte.
Wie schon an anderer Stelle angesprochen, war der Einschub des Hochdeutschen in die Mundart ein außergewöhnliches Verfahren. Man wollte auf diese Weise Aufmerksamkeit erzielen.
Und wie es oft im Leben zu beobachten ist, so geschieht es auch hier. Schlägt ein Pendel über einen längeren Zeitraum nur in eine Richtung aus, kommt es zwangsläufig zu einer Gegenbewegung.
Heute kehrt sich die Sprachverwendung um. "Hier ist heute aber ebbes los." So steht es auf einem Werbebanner. Die allgemeine Ankündigung geschieht in Hochdeutsch und die Hervorhebung in Mundart. Mundart befreit sich aus der Schmuddelecke, in die sie viele Jahrzehnte gedrängt wurde. "Wir machen die Stadt wieder sauwer." Das fällt auf. So ändern sich die Zeiten.
Josef Marx
Die besten Kolumnen von Horst Schmitt und Josef Marx sind in dem Buch "Milljunen Leit - mindestens drei" nachzulesen, das im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen ist. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich und im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund-shop.de" text="www.volksfreund-shop.de" class="more"%>