Trierisch Balaawern: Nicht nur Zwerge

Sprache : Nicht nur Zwerge

En Zwärsch ist ein Zwerg. So bezeichnet der Trierer einen Kleinwüchsigen.

Das Wort Haanzel für Zwerg ist ihm nicht bekannt. Es existiert für ihn nicht. Dagegen hat er haanzel für klein oder zwergenhaft im Gebrauch. Dän haanzelijen Knubben soll seisch liewer drauß haalen. Soss göfft ett Knöbbelscheszobb. Die kleine Person soll sich lieber nicht in die Sache einmischen. Es könnte schlecht für sie ausgehen.
Von dem Eigenschaftswort beginnt der Schwenk zum Haanzel, dem der Trierer sich zunächst entzogen hat. In anderer Verbindung erscheint es plötzlich auf der Wortebene. Ett Haanzellaoch ist eine Stelle im Busental nahe Pallien, wo der Sirzenicher Bach in Richtung Mosel plätschert. Nicht geklärt ist, ob damit nur eine "kleine" Stelle im Tal gemeint ist oder en Haanzelmännschi lao, also in dieser Gegend, sein Unwesen treibt. Hier taucht Haanzel in Verbindung mit Mensch aus den Fluten der Sprache auf. So wird Haanzel in die Sprachfamilie integriert. En Haanzelmännschi ist dem Trierer aber noch anderweitig vertraut.
Und schon sind wir - wie so oft - beim Essen und Trinken. Das hält bekanntlich Leif onn Siel zesammen. En Haanzelmännschi ist auch ein kleines, abgebundenes Würstchen. Oftmals gefertigt, wenn der Wurstteig nicht mehr für eine "normale" Wurst ausreichte. Eine reine Freude fir die klaan Quäst als Zugabe beim Einkauf in der Metzgerei. Dann lasst es euch schmecken, datt Haanzelmännschi.
Die besten Kolumnen von Horst Schmitt und Josef Marx sind in dem Buch "Milljunen Leit - mindestens drei" nachzulesen, das im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen ist. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich und im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund-shop.de" text="www.volksfreund-shop.de" class="more"%>