Trierisch Balaawern

Trierisch Balaawern

Tuuden hat auch im Trierischen mehrere Bedeutungen. Wie in der Schriftsprache ist mit tuuden einfach hupen gemeint.

Man gibt ein Signal ab, um einen Mitmenschen vor einer Gefahr zu warnen. Eisch haonn getuut, Häär Butz, awer hän öss nött riewer gefaor. So kam es zu dem Zusammenstoß. Im Zusammenhang mit blaosen trifft man tuuden in einer Redewendung an. Dä lao haott vonn Tuuden o Blaosen kaan Aonong. Von Nichts eine Ahnung haben und davon sehr viel, wie die Redensart in der Umgangssprache scherzhaft erweiter wird. Diese Redensart hat ihren Ursprung in der einfachen Handhabung des Hornes durch den Nachtwächter. Mit diesem Signalhorn konnte man nur einen Ton erzeugen, gleich wer oder wie man hineinblies. Wer selbst zu dieser simplen Aufgabe des Horntutens nicht in der Lage war, war zu nichts zu gebrauchen. Er hatte selbst davon keine Ahnung. Das führte auch zu der gering geachteten Tätigkeit eines Nachtwächters, zu der er keinesfalls verwendet werden konnte. Mit tuuden ist im Trierischen zudem zechen gemeint. Haoss dau ald widder ze vill getuut?, wird der Zecher auf den Grund seiner Kopfschmerzen angesprochen. Hast du wieder einmal zu viel getrunken? Beim Klaos waor ett schien, mer haonn gud aane getuut! So kann man auch feiern. Tuuden kann nicht nur warnen, es kann auch Freude bereiten. Tuuden gibt im Betrieb das Signal zur Mittagspause oder zum Arbeitsschluss. Ett haott graoden getuut, wei öss Feieraomend. Josef Marx ist Autor des Trierer Wörterbuchs, das im Trier-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich ist. Gemeinsam mit Horst Schmitt hat er über 10 000 Stichwörter in Hochdeutsch-Trierisch und Trierisch-Hochdeutsch zusammengetragen. Die beiden Autoren erläutern in unserer Kolumne "Trierisch balaawern" wöchentlich Besonderheiten der Trierer Mundart.