TV-Garten im Juni

Mein schöner Garten : Kugellauch: Geballte Kraft für die Gartengestaltung

TV-Garten im Juni: Die Kugelblüten des Zierlauchs können Gartenflächen raumbildend erweitern.

Gärten werden zusehends kleiner. Damit steigt die Herausforderung, begrenzte Pflanzflächen ansprechend zu gestalten. Eine Möglichkeit, Räume optisch zu erweitern, bietet das Spiel mit Blütenformen. Alles was dem Auge in einem Beet Etappenziele vorgibt, hilft, den visuellen Durchmarsch zu bremsen. Gärten erscheinen dadurch größer, als sie tatsächlich sind. Wenige Gewächse können das so gut wie Blumen mit kugelrunden Blüten.

Bestes Beispiel ist der Zier- oder Kugellauch. Die schönsten Arten blühen im Juni und schließen die Lücke zwischen Frühlingsflor und Sommerpracht. Ihre Paukenschlägel wirken wie Stoppschilder. An der runden Form kann sich der Blick aber nicht nur festhalten. Er wird auch nach oben gelenkt. Kugellauch scheint über einer Pflanzung zu schweben. Damit füllen die Bälle einen sonst oft luftleeren Raum aus. Das Aufstreben in die Höhe erzeugt das für Gärten so wichtige Raumgefühl.

Zierlauch gibt es in unterschiedlichsten Höhen. Eine der begehrtesten Arten, der Sternkugel-Lauch (Allium christophii), bleibt mit 40 bis 60 Zentimeter niedrig im Vergleich zum großen Paukenschlag im Beet ,Ambassador’ – einer Zierlauch-Kreuzung von 130 Zentimeter. Dazwischen liegen alle anderen für Beete interessanten Hybriden.

,Globemaster’ beispielsweise treibt seine Blattrosette besonders früh und trägt außergewöhnlich große Blütenkugeln in einem fast metallisch schimmernden Asternviolett. Die standhaften Blütenstiele eignen sich wie alle hohen Arten auch hervorragend für den Vasenschnitt. Wegen seiner großartigen Fernwirkung wird er gerne zwischen spät blühende Stauden gesetzt. Ideal ist eine Vergesellschaftung mit Taglilien. Unter ihrem grasartigen Laub verschwindet das später unschön vergilbende Blattgrün der Zwiebelblume. Damit der Zierlauch auch im nächsten Jahr wieder prächtig blüht, ist es wichtig, dass sein Laub ungestört einziehen kann. Erst wenn es gelbbraun geworden ist, kann man es mit der Hand rausziehen.

„Purple Sensation“ (Allium aflatunense) ist im wahren Sinn des Wortes der „Allrounder“ im Garten. Er eignet sich vom Steingarten oder auf Mauerkronen bis zur Staudenrabatte. Erwischt man die echte Sorte, gibt es keine Probleme mit Sämlingen. „Purple Sensation“ ist steril. Häufig sind jedoch Sämlinge unter gleichem Namen im Umlauf. Manchem Gärtner kommt das jedoch gerade recht. Lässt man den Zierlauch versamen, tauchen Abkömmlinge in verschiedenen Höhen und mit unterschiedlichen großen Blütenköpfen auf. Das kann hübsch aussehen. Ganz abgesehen davon, dass die Samenstände attraktiv aussehen. Unerwünscht sind die Sämlinge allerdings, wenn sie sich in anderen Staudenhorsten einnisten. Denn auch zu Prachtstauden, allen voran Pfingstrosen passen die Kugelblüten des Zierlauchs hervorragend. Sie sollten allerdings in Nachbarschaft mit etwa 50 Zentimeter Pflanzabstand stehen.

Ansonsten ist Kugellauch absolut unkompliziert. Er kommt sehr gut mit Trockenperioden zurecht und liebt einen sonnigen Platz. Wie alle Zwiebelblumen braucht Zierlauch einen durchlässigen Boden.

Eine der wenigen reinweißen Sorten ist ‘Mount Everest’. Ihre Blütenkugeln erreichen bis 15 Zentimeter im Durchmesser. Durch die weiße Blütenfarbe lassen sich Pflanzungen aufhellen. Die freundliche Ausstrahlung einer Pflanzung trägt ebenfalls dazu bei, kleine Gärten optisch aufzuweiten. Düstere Pflanzungen dagegen wirken schnell bedrückend. Und noch ein Tipp: Je kleiner eine Fläche ist, desto mehr sollte man sich auf wenige Pflanzen einer Art konzentrieren, diese aber wiederholen. Das bringt Rhythmus in ein Beet, und damit eine weitere Form den Blick des Betrachters zu leiten. Auch dafür bietet sich Zierlauch an. Denn die verschiedenen Sorten des hohen, großblumigen Zierlauchs lassen sich munter in einer Pflanzung mischen. Blühenden Zierlauch findet man getopft im Handel. Günstiger sind die im Herbst angebotenen Zwiebeln.