1. Meinung

Die Kulturwoche, betrachtet von Rainer Nolden

Die Kulturwoche : Männerfreie Bandbreiten

Manche Menschen schwören den Zigaretten oder dem Alkohol ab, weil sie zu viel davon hatten oder weil sie eingesehen haben, dass weder das eine noch das andere langfristig für einen gesunden Körper sorgt.

Die amerikanische Schauspielerin Drew Barrymore („Drei Engel für Charlie“) hat nach eigenen Worten seit fünf Jahren der Männerwelt abgeschworen. Auch das kann gesund sein, muss aber nicht. Fräulein Barrymore führt allerdings nicht gesundheitliche Aspekte für ihre Entscheidung ins Feld. „Ich habe einfach nicht die Bandbreite dafür“, sagte die 45-Jährige in ihrer eigenen Talkshow „The Drew Barrymore Show“. Da gerät man schon ins Grübeln. „Bandbreite“ ist laut Definition „eine Kenngröße in der Signalverarbeitung, die die Breite des Intervalls in einem Frequenzspektrum festlegt, in dem die dominanten Frequenzanteile eines zu übertragenden oder zu speichernden Signals liegen. Die Bandbreite ist durch eine untere und eine obere Grenzfrequenz charakterisiert, wobei je nach Anwendung unterschiedliche Festlegungen der beiden Grenzwerte existieren und somit je nach Zusammenhang unterschiedliche Bandbreiten als Kennwert existieren.“ Aha. Der oder die normale Paarungswillige wird sich nun vermutlich fragen, was das mit Männern oder Frauen oder je nach dem zu tun hat. „Der Begriff dient zur Beschreibung von Signalübertragungssystemen in verschiedenen Bereichen wie der Nachrichtentechnik, Funktechnik, oder Akustik“, heißt es weiter. Also, Fräulein Barrymore hätte es auch einfacher sagen können: „Bei mir herrscht Funkstille, was die Kerle angeht.“

Zu Gast in der Sendung war auch Oscarpreisträgerin Jane Fonda, die als „Barbarella“ 1968 mit ihrem überbordenden Sex sogar Maschinen zum Explodieren gebracht hat (ob Regisseur Roger Vadim, der die Tochter von Henry Fonda 1965 geheiratet hat, da möglicherweise intime Schlafzimmererlebnisse in Bilder gesetzt hat?). Die altersweise Dame (82) jedenfalls erklärte ihrer jungen Kollegin: „Du bist zu jung, um etwas abzuschwören, Drew.“ Und machte ihr ein bisschen Mut für die Zukunft: „Du kannst sicher die ein oder andere Affäre dazwischen quetschen.“

Bleiben wir in Amerika, wo es derzeit bekanntlich an allen Ecken brennt. Das dürfte bestimmt auch ein Thema in der Comedy-Show „Saturday Night Live“ werden, deren 46. Staffel am 3. Oktober Premiere hat. Alec Baldwin, gefeierter Imitator des amerikanischen „Präsidenten“, bekommt Konkurrenz von Jim Carrey – ganz ganz wie im wirklichen politischen Leben in den USA, denn der 58-jährige Schauspieler, bekannt aus Filmen wie „Bruce Allmächtig“, „Der Ja-Sager“ und „Dumm und Dümmer“, spielt den demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden. Der wackere Mann, Kämpfer für das Gute und gegen das Übel, von dem er seine Landsleute erlösen will, wurde zuvor schon vom Schauspieler Woody Harrelson persifliert. Und um den US-Polit-Zirkus komplett zu machen, schlüpft die Komödiantin Maya Rudolph in die Rolle von Kamala Harris, Kandidatin der Demokraten für die Vizepräsidentschaft. Mithin die Realität als Fernseh-Show als  Wirklichkeit. Gut möglich, dass sie in der Sendung auch die Frage stellen, warum der „Präsident“ noch immer corona-symptomfrei ist, obwohl er sich ungehemmt und unmaskiert in jede Massenansammlung stürzt? Ganz einfach – auch ein Virus hat seinen Stolz. Es befällt eben nicht jedes A … Spätestens hier dürfte dann im Fernsehen der Zensur-Pieper ertönen! no/dpa