1. Meinung

Die Kulturwoche, betrachtet von Rainer Nolden

Die Kulturwoche : Nagetiere, Ehrenämter, Fluggeräte

Leck mich“ kann die Maus demnächst ohne jeglichen Hintergedanken sagen. Denn zu ihrem 50. Geburtstag erhält der berühmteste deutsche Nager eine eigene Briefmarke. Natürlich geht es nicht um irgendein gewöhnliches rattenähnliches Krabbeltier, das, Genderwahn hin und Geschlechterklischee her, zumeist Frauen kreischend auf Tische und Stühle treibt, sondern um jenes, das seit einem halben Jahrhundert eine eigene Sendung im Ersten hat.

Am Montag ist Premiere für das Postwertzeichen von „mus musculus“; 80 Cent kostet es und befördert jeden Standardbrief von A nach B innerhalb der postalisch festgesetzten Grenzen. Neben der Maus sind ihre Mitstreiter, der Elefant und die Ente, ebenfalls abgebildet. In der Sendung am kommenden Sonntag zeigt eine Sachgeschichte, wie diese Briefmarke hergestellt wurde (9 Uhr im Ersten, 11.30 bei KiKA). Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Maus zu Wertmarken-Ehren kommt: 1998 hatte es schon einmal eine Maus-Marke gegeben, damals im Rahmen einer Sonderedition zum Thema Kinderfernsehen.

Natürlich wollen sie sich während ihrer Zeit im Weißen Haus nicht auf die faule Haut legen, die First Ladies an der Seite ihrer First Gentlemen. Das fing bereits mit Dolley Madison an, Gattin des vierten Präsidenten der USA, James Madison (1751-1836). Sie möblierte nicht nur das kurz zuvor bezogene Weiße Haus, sondern kümmerte sich auch um Waisen bzw. Halbwaisen und deren Mütter. Lady Bird Johnson hatte ein Herz für die Umwelt, als der Rest der Bevölkerung noch nicht einmal wusste, dass es so etwas überhaupt gab. Rosalynn Carter setzte sich für Menschen mit Behinderungen ein, Nancy Reagan kämpfte gegen Drogenmissbrauch, Barbara Bush für Frauenrechte, und Michelle Obama wollte mit Gemüse aus dem eigenen Garten Kinder vor Fettleibigkeit bewahren. Auch die neueste First Lady scheint auf der Suche nach einem Ehrenamt fündig geworden zu sein: Sie betätigt sich als Eheberaterin. Nur kein Bammel vor der Trennung: Alles passiert aus gutem Grund – und nach der Scheidung geht es auch irgendwann wieder aufwärts. Das erzählte Jill Biden in einem Interview der Moderatorin Kelly Clarkson, die ihre Show kürzlich für ein Gespräch mit der Frau von Präsident Joe Biden in den East Room im Weißen Haus verlagerte. Beim Smalltalk ging es um das Ehe-Aus bei Clarkson, die 2020 nach fast sieben Jahren als Gattin von Brandon Blackstock die Scheidung einreichte. Sie haben zwei Kinder.  Mrs. Biden fand tröstende Worte für die Sängerin und Talkmasterin. Sie müsse einen Tag nach dem anderen angehen, dann werde es besser. Und wenn sie, Jill, jetzt zurückblicke, müsse sie daran denken, dass sie nie Joe kennengelernt hätte, wenn sie ihre erste Ehe nicht hätte scheiden lassen, sagte die First Lady weiter. Es hat also alles sein Gutes und jedes seinen Grund. Schon möglich, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt – aber durchaus ein falsches im richtigen. Und das muss man einfach nur so schnell wie möglich hinter sich lassen.

 Die amerikanische First Lady Jill Biden.
Die amerikanische First Lady Jill Biden. Foto: dpa/Steve Helber

Falls Sie gerade auf der Suche nach einem günstigen Flugzeug sind – wir hätten da ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können. Mexikos Präsident Andres Manuel López Obrador wollte Ernst machen mit seiner Ankündigung, sämtliche staatlichen Luxusgefährte abzustoßen. Dazu gehört seine Boeing 787, für die er bislang allerdings noch keinen Käufer gefunden hat. Dabei ist der Flieger für 117 Millionen Euro nun wirklich ein Schnäppchen. Der Präsident selbst fliegt Linie oder fährt mit dem Auto. Am Wochenende kursierte ein Foto, auf dem er am Straßenrand auf die Reparatur einer Reifenpanne wartete. Da sieht man mal wieder, dass der Volksmund recht hat: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“. Zumindest wäre Obrador schnell an sein Ziel gekommen, hätte die Karre nicht schlappgemacht. Im Angebot des Präsidenten sind übrigens auch noch 39 Regierungshubschrauber sowie 33 Privat- und Kleinflugzeuge. Bei Abnahme von mindestens zehn Maschinen verspricht der Präsident übrigens einen satten Rabatt. no/dpa