1. Meinung

Die Kulturwoche, betrachtet von Rainer Nolden

Die Kulturwoche : Rückblicke und Neuanfänge

Oh, wie schön ist Panama!“ Dieser Satz ist längst in den Sprücheschatz der deutschen Sprache eingegangen und bringt die Augen ebenso zum Leuchten wie das „Früher war mehr Lametta“ stets aufs Neue wissendes Gelächter auslöst.

„Oh, wie schön ist Panama“ ist eines der berühmten Kinderbücher des Künstlers und Schriftstellers Horst Eckert alias Janosch, der soeben 90 Jahre alt geworden ist. „90 Jahre Janosch“ heißt denn auch die Ausstellung in der Tübinger Art 28 Gallery, die Eckert bis zum 28. August würdigt. Ganz wichtig war Janosch nach Auskunft der Galerie, ihn nicht nur als Schöpfer der Helden aus Kinderbüchern zu zeigen. „Janosch ist viel mehr als das“, sagt Geschäftsführer Bernhard Feil. Deshalb sind auch Motive wie Blumen und Stillleben sowie Landschaften neben den klassischen Motiven in Radierungen, Gemälden, Karikaturen und Aquarellen zu sehen. Janosch selbst feierte seinen Geburtstag auf seiner Finca in Teneriffa, wohin er vor 40 Jahren ausgewandert war. Wenn es Corona nicht gäbe, hätte Janosch gerne in Tübingen gefeiert, sagt Feil. Irgendwie ist er aber doch da: Auf einem Plakat liegt er in einer Hängematte und schaut verträumt in den Himmel.

Apropos Träume: Schauspielerin Hannelore Hoger träumt drei Jahre nach dem Ende von „Bella Block“ nicht mehr von einer Fortsetzung ihrer erfolgreichsten Filmfigur. „Ich vermisse sie gar nicht“, sagte die 78-Jährige. „Ich bin froh, dass ich das nicht mehr mache, das war ja die Absicht.“ Sie werde oft gefragt, ob es nochmal einen Film mit der Hamburger Hauptkommissarin geben werde. Aber solche Rollen seien irgendwann auserzählt, und es sei ihr zu langweilig geworden. „Ich durfte keinen Freund mehr haben, nicht mehr rauchen und nicht mehr Mal einen kippen.“ Das ist ja nun wirklich kein Leben mehr. Allerdings spielt sie jetzt wieder in einem Krimi mit, und der findet ebenfalls im hohen Norden statt. In „Nord Nord Mord – Sievers und der schönste Tag“ am kommenden Montag (20.15 Uhr, ZDF) ist sie eine lebenslustige ältere Dame, die nochmal heiraten will. Auch so eine Sache, die der echten Hannelore Hoger nie in den Sinn käme: „Ich war ja nie verheiratet und auch nie scharf darauf.“ Verheiratet, das sei dann für immer. Sie bevorzuge „Freundschaften, die ewig sind“.

Und so lang andauernd wie der Erfolg des Films, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit irgendwo zu sehen ist: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Im norwegischen Lillehammer wird derzeit eine neue Version des deutsch-tschechischen Märchenfilms gedreht. Das Original von 1973 ist in Norwegen wie in Deutschland ein Klassiker und hat eine große Fangemeinde. In der modernen Ausgabe wird die Rolle der Aschenbrödel von der norwegischen Popsängerin Astrid S gespielt. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist eine Adaption von Grimms Märchen „Aschenputtel“, das nach Astrid S‘ Meinung ein mutiges und cooles Vorbild für junge Mädchen ist: „Man verfolgt ihre Reise, die dort beginnt, wo sie von ihrer Stiefmutter unterdrückt und gemobbt wird. Nach und nach gewinnt sie an Selbstvertrauen und wehrt sich. Sie reitet schnell und jagt, obwohl sie ein Mädchen ist.“ Bis hierhin könnte es noch ein aktueller Beitrag zum Weltfrauentag sein. Aber am Ende legt sich doch ein Zauber auf die Realität: Mit Hilfe der drei magischen titelgebenden Haselnüsse gelingt es Aschenbrödel schließlich, den Prinzen zu erobern. Der Film soll im November in Norwegen Premiere feiern. no/dpa