1. Meinung

Unterm Strich – die Kulturwoche: Von dicken Hunden und guten Menschen

Unterm Strich – die Kulturwoche : Von dicken Hunden und guten Menschen

Dicke Mädchen haben schöne Namen“, sangen die „Höhner“ zu einer Zeit, als noch keiner daran dachte, die Kölner Barden stante pede wegen dieser gynophoben Zeile mit Schimpf und Schande aus dem Land zu jagen.

Gut, man schrieb das Jahr 2005, „me too“ war bloß eine im anglophonen Sprachraum verbreitete wertfreie Bestätigung, dass man auch was wollte oder ähnliche Erfahrungen vorzuweisen hatte, und es war Karneval, und in diesem Ausnahmezustand darf man sich bekanntlich alles rausnehmen (na ja, vielleicht nicht alles – hallo, Frau Kramp-Karrenbauer!). Dicke Hunde, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema, haben manchmal auch schöne Namen. Zum Beispiel Milou. Der wiegt 6,4 Kilo, was für einen Köter jetzt auch nicht die Welt ist – es sei denn, man ist Chihuahua, wie die aus Mexiko stammenden Spielzeughunde mit den Fledermausohren heißen, die man aus Versehen schon mal zertreten kann, wenn man als Chihuahua-Besitzer die Augen nicht permanent auf den Boden geheftet hat. Seine Besitzerin Vanessa, 28 Jahre jung, ist mit 103 Kilo auch nicht gerade eine rank-schlanke Erscheinung. Zum Glück für die beiden, also Milou  und Vanessa, gibt es Sat.1. Die Fernsehmacher aus Unterföhring haben sich mal wieder was Tolles einfallen lassen: eine Weightwatchers-Sendung für Mensch und Tier. Die Reihe „Mein Hund, die Kilos und ich“ beginnt am Sonntag, 16. August, um 17.50 Uhr. „Meine Erwartung ist, dass wir sportlich fitter werden, einen gesünderen Lebensstil führen, um länger miteinander leben zu können“, erklärt Vanessa. „Im Alltag spüre ich mein Gewicht enorm – ich kann keine langen Strecken mit dem Hund rennen.“ Wobei Milou darüber auch ganz froh sein dürfte, denn mit 6,4 Kilo Lebendgewicht wird er wohl nach 250 Metern Gassi schon ganz schön aus der Puste kommen. Fünf Duos aus Hunden und ihren Besitzern sagen dann den überflüssigen Pfunden den Kampf an. Moderator Jochen Bendel, Hundeerziehungsberater Holger Schüler und Fitnesstrainerin Marion Luck begleiten die Teams zum Beispiel beim Schwimm- und Ausdauertraining sowie im Coaching-Parcours. In jeder Folge müssen die Teilnehmer auf die Waage. Gewertet wird, was sie gemeinsam abgespeckt haben. Das Paar, das am Ende der Staffel am meisten abgenommen hat, wird mit einem Goldenen Knochen (für den Besitzer) und einer Reise in ein Hunde-Wellness-Hotel (für den Hund) inklusive 5000 Euro Taschengeld belohnt.

­Kunstberater Helge ­Achenbach. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Die Herren Achenbach und Albrecht teilen sich nicht nur den ersten Buchstaben ihrer Nachnamen, sondern sind auch einen Teil ihres Lebensweges miteinander gegangen. Der Kunstberater und -vermittler Helge Achenbach verkaufte dem Aldi-Erben Berthold Albrecht kostbare Kunst und rare Oldtimer aus aller Welt. Leider zu etwas überhöhten Preisen, wie die Albrecht-Witwe Babette herausfand und den Kunstflüsterer ihres Mannes vor Gericht brachte. Sechs Jahre sollte er daraufhin in ziemlich beengten Wohnverhältnissen verbringen; nach drei Jahren wurde der Mietvertrag jedoch in beidseitigem Einvernehmen gekündigt. Mittlerweile ist Achenbach an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt – oder zumindest in deren Nähe, denn Kaarst ist nur wenige Kilometer von der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt entfernt. Dort will er als Projektleiter des Vereins „Culture Without Borders“ einen „Skulpturenpark für die Sinne“ eröffnen, der geflüchteten Künstlern aus aller Welt Asyl und Arbeitsmöglichkeiten bieten soll. Die Pläne dazu wird der Verein bei einem Sommerfest an diesem Wochenende vorstellen (Maskenpflicht – Herr Laschet, bitte kontrollieren Sie, und sei‘s nur wegen Söder!). Der „Rheinischen Post“ sagte der vom Saulus zum Paulus gewandelte Achenbach: „Ich hab mir das Gefängnis selbst eingebrockt, aber diese Leute haben für ihre Überzeugungen eingestanden“. Es gibt ihn also noch: den guten Menschen von Düsseldorf. no/dpa