Viezjupp-Kolumne: Horrormuseum im Bahnhofskeller

Kolumne Viez-Jupp : Horror-Museum im Bahnhofskeller

Mein Kumpel Heinz vom Hunsrück ist ein echt lustiger Typ. Letztens erzählte er mir lachend am Telefon, wie er an Halloween den Spieß umdrehte und Kinder, die Süßes von ihm wollten, das Fürchten gelehrt hat: Er habe ein Trikot des 1. FC Kaiserslautern getragen, und als er die Haustür öffnete, seien die kleinen Hexen und Sensenmänner schreiend davongelaufen.

Er selbst, so meint Heinz, sei völlig horrorresistent. Nur bei Filmen wie „Titanic“ und „Pretty Woman“ packe ihn das Gruseln. „Dann komm mal nach Trier“, sagte ich. „Ich zeige Dir das wahre Grauen.“ Das ließ sich Heinz nicht zweimal sagen. Letzte Woche war er da. Ich lotste ihn in den Hauptbahnhof und wollte mit ihm die Treppe runter ... War das vielleicht eine Enttäuschung! Die Bahnhofsklos – geschlossen!

„Es gibt eine neue WC-Anlage draußen, gleich neben der  Fahrradgarage“, klärte eine Bahn- Mitarbeiterin auf. Was mit den alten Toiletten passiert, stehe noch nicht fest. Ich wüsste da was! Hartgesottene gehen ja gerne in die Kapuzinergruft von Palermo, ins Parasitenmuseum Tokio oder ins Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg.

Auch die Bahn könnte Horror pur bieten. Einfach die Trierer Bahnhofsklos zu musealen Zecken wieder öffnen und in möglichst unverändertem Zustand präsentieren. Es sei „die Hölle“, wie eine Berlinerin kürzlich in einem Leserbrief an den TV meinte. Zusatzvorschlag von mir: Horror-Heinz könnte die Führungen übernehmen! Prost!

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