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Vorliebe für Spielzeugwaffen

FOTO: MIKE MINEHAN GIESELERSTR 16 BERL
Eltern fragen: Mein viereinhalbjähriger Sohn Manfred hat seit kurzer Zeit eine Vorliebe für Pistolen, Panzer und andere Spielzeugwaffen entwickelt. Ich habe seine etwas ältere Schwester erfolgreich zu einem gewaltfreien Verhalten erzogen und möchte das auch bei Manfred erreichen. Birgit Storr

Im Grunde würde ich am liebsten jedes Kriegs-oder Cowboyspielzeug aus unserem Haushalt fernhalten. Mein Mann sieht das etwas weniger streng. Er sagt, dass auch er in seiner Kindheit eine Phase hatte, in der er von Waffen fasziniert war. Diese ist aber nach einer Weile von selbst wieder verschwunden. Teilen Sie die Meinung meines Mannes? Die Expertin antwortet: Wenn Kinder mit Waffen spielen, ist das für viele Eltern schwierig. Gleichzeitig ist es aber eine Tatsache, dass fast alle Kinder (besonders die Jungs) in diesem Alter mit Waffen spielen. Haben sie keine Spielzeugwaffen zur Verfügung, dann basteln sie sich welche aus allen möglichen Materialien. Kinder verbinden mit dem Spiel mit "Waffen" nicht die elterliche gedankliche Kausalkette: Waffen = Gewalt = Krieg = Tod. Für sie geht es eher um Machtspiele und das Ausprobieren von Stärke. Eltern, die Spielzeugwaffen kritisch gegenüberstehen, sollten ihre Haltung dem Kind gut begründet deutlich klarmachen. Solange Kinder in einem normalen zeitlichen Umfang mit Waffen spielen, ist das unbedenklich und ist als normaler Entwicklungsschritt anzusehen, der - zeitlich begrenzt - sehr spannend für die Kinder ist. Eltern fragen - Experten antworten: Jeden Donnerstag beantwortet Birgit Storr vom Arbeitskreis neue Erziehung an dieser Stelle Elternfragen. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Berlin ( www.ane.de ) ist vor allem durch seine Elternbriefe bekanntgeworden, die in zahlreichen Kommunen deutschlandweit an junge Eltern versandt werden. Sie haben eine Frage an Birgit Storr? Mailen Sie an familie@volksfreund.de . Die Antwort im Blatt erfolgt anonym.