West vs. Ost

Heute: Luxemburg und Singapur. Zwei Stadtstaaten. Singapur mehr, Luxemburg weniger (ich weiß schon, das Großherzogtum Luxemburg hat mehr als 100 Gemeinden). Dank meiner Studienreise in Südostasiens kleinsten Staat notiere ich zum Ende dieser Woche: Beide Länder sind sehr wohlhabend, um nicht zu sagen: richtig reich.

Schaut man sich das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen an, liegt Luxemburg mit etwa 60 000 Dollar aber noch rund 10 000 über Singapur. Guckt man wiederum auf die Einwohnerzahl, hebt sich die Insel von Staatsgründer Sir Thomas Stamford Raffles mit ihren 5,5 Millionen deutlich ab vom Flecken Luxemburg, der mit gerade 550 000 Einwohnern auskommt. Auf einer Fläche von 2586 Quadratkilometern, während Singapur mal eben 712 Quadratkilometer zählt.

Wie machen die das dort? Na klar, sie bauen in die Höhe - ein Wolkenkratzer reiht sich an den andern, und auf dem höchsten haben sie mit dem Altitude noch eine hübsche Cocktailbar mit Palmen, Tanzfläche und fantastischem Ausblick untergebracht.

Luxemburg hat Klausen und seine Ausgehmeile. Stimmt. Das höchste Gebäude hat vielleicht sieben Stockwerke, oder acht. Wohnraum ist teuer oder nicht verfügbar, weil das Land einem Bauern gehört, der es nicht verkaufen will. Luxemburg ist zu über 90 Prozent katholisch, aber man spricht vier Sprachen, Luxemburgisch eingerechnet.

In Singapur gibt es auch vier Sprachen, aber dort sind alle großen Religionen vertreten, Sekten wie Jehovas Zeugen sind verboten. Strenge Gesetze sind überhaupt beliebt in Singapur: Gerade erst haben sich zwei junge Deutsche Stockschläge wegen verbotener Graffiti eingehandelt. Außerdem wird der ganze öffentliche Bereich mit Kameras überwacht … Aber: Singapur hat durchgehend um die 30 Grad im Schatten, ist von Meer umgeben, von Palmen gesäumt, wirkt wie ein wahr gewordenes Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Noch Fragen?