Wie formiert sich ein Hochzeitszug?

Fast immer beginnt ein Hochzeitszeremoniell mit dem Brautzug. Während die Hochzeitsgäste schon längst in der Kirche Platz genommen haben, formiert sich der Brautzug vor der Kirche oder in der Sakristei und betritt in folgender Reihenfolge die Kirche: Manchmal gehen Brautjungfern und Brautführer vor blumenstreuenden Kindern bis ans Ende des Kirchenschiffs und warten dort rechts und links vom Mittelgang, um ein Spalier zu bilden.

Traditionell ist es Sitte, dass der Bräutigam mit seiner Mutter als Erster die Kirche betritt. Seine Mutter setzt sich in die erste Reihe, während er mit dem Rücken zum Altar davor stehen bleibt, um auf die Braut zu warten. Der Vater des Bräutigams schließt sich mit der Mutter der Braut an. Beide nehmen ebenfalls in der ersten Reihe Platz. Dann folgen paarweise die engsten Verwandten, wobei diejenigen, die mit dem Brautpaar näher verwandt sind, vorn gehen. Als Höhepunkt und Abschluss des Brautzuges führt der Brautvater die Braut zum Altar, während der Bräutigam sie dort erwartet. Auch der Brautvater nimmt anschließend in der ersten Reihe Platz. Da die Braut für die evangelische Kirche bereits verheiratet ist, nimmt sie den Platz an der rechten Seite ihres Mannes ein. Im Sinne der katholischen Kirche sind beide noch nicht verheiratet, daher wird die Braut dem Bräutigam bei einer katholischen Trauung an seiner linken Seite angetraut. So müssen beide im Übrigen beim Verlassen der Kirche auch keinen Platzwechsel vornehmen. Sie drehen sich nach der Zeremonie einfach auf der Stelle in Richtung Ausgang und stehen dann bereits "richtig" - die Braut an der rechten Seite des Bräutigams. Nach dem Gottesdienst verlassen die frisch getrauten Eheleute dann als Erste die Kirche. Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert".

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