1. Meinung

Da beißt sich der Lurch in den Schwanz

Da beißt sich der Lurch in den Schwanz

So, so. Die Bundeswehr will also unser Naturschutzgebiet Mesenberg erobern! Wobei die Wittlicher die 40 Hektar ja ganz freiwillig hergeben, damit Soldaten aus Daun lernen, mit Militärfahrzeugen zu fahren. Kapitulation auf ganzer Linie sozusagen. Und warum?

Weil wir Wittlicher ganz scharf auf diese Gelbbauchunke sind, die es am Mesenberg schon mal gab, als da noch die französischen Streitkräfte übten. Denn diese Unke hat sich pudelwohl in den Pfützen gefühlt, die sich in den von den Militärfahrzeugen eingefahrenen Furchen gebildet hatten. Nur sind die Franzosen und die Furchen längst weg. Und damit auch diese Unke. Doch wenn nun die Dauner Soldaten neue Furchen auf dem Mesenberg reinfahren, dann soll sie sich wieder ansiedeln, so die Idee.

Klingt logisch. Doch weil ich bislang von dieser Gelbbauchunke noch nie was gehört hatte, habe ich mich mal schlaugemacht. Und was las ich da auf der Internetseite des Naturschutzbundes? Dieser kleine Froschlurch mit seinem gelben Fleckenmuster ist "streng geschützt gemäß Bundesnaturschutzgesetz". Und weiter: "Es ist verboten, ihn durch Aufsuchen seiner Lebensstätten zu beunruhigen." Tja, und jetzt grübel ich. Wie sollen die Soldaten regelmäßig Manöver und Furchen fahren, aber gar nicht da sein? Da beißt sich doch der Lurch in den Schwanz! Oder vielleicht auch nicht. Eins können sie dann am Mesenberg ja gewiss üben: richtiges Tarnen und erfolgreiches Anpirschen…