Kolumne Wilbert: Die Macht der Fantasie

Kolumne Wilbert : Die Macht der Fantasie

Pssst! Leise! Die Polizeischüler üben, da wollen wir die Anwohner nicht stören. Nachdem der TV berichtet hat, dass sich einige Anwohner vom Lärm der Übungen belästigt fühlen, haben meine Wilma und ich uns eine neue Strategie überlegt.

Jetzt kommt die Macht der Fantasie zum Einsatz. Denn Fantasie ist die Gabe, unsichtbare Dinge zu sehen, wie der Schriftsteller Jonathan Swift sagte, und eben auch die Gabe, Unhörbares zu hören.

Um das Schießen in einer brenzligen Situation zu üben, halten die Polizeischüler statt Waffen mit Übungsmunition jetzt ein Holzgewehr und rufen „Peng“. Und weil das der Gegner in 15 Meter Entfernung nicht hört, winkt der Schütze ihm einmal zu, als Zeichen dafür, dass sich der „Getroffene“ totzustellen hat.

Und wenn es richtig zur Sache geht und der Ausbilder eine Explosion simuliert, schwenkt er ein Pappschild durch die Luft. Darauf ist mit Buntstift eine Rauchschwade gemalt, darunter steht „Bumm“ geschrieben. Die Schüler stellen sich dann in einer Reihe auf und flüstern sich Kommandos ins Ohr. Und damit keine Helikopter über Wengerohr kreisen, wird als Ersatz ein Drachen steigen gelassen. Darüber freuen sich dann auch die Nachbarskinder. Aber bitte in Zimmerlautstärke, schließlich ist das hier ja kein Übungsplatz!