1. Meinung

Kolumne Wilbert: Gleichberechtigung bei Möhnen fehlt

Wilbert : Gleichberechtigung bei Möhnen fehlt

Selbstständiges Arbeiten (okay, außer im Haushalt), Teamfähigkeit (meine Wilma und ich sind ja nicht umsonst schon lange zusammen), sowie die Eigenschaften, Spaß an Fastnacht zu haben (ich bin nicht umsonst am 11.11. geboren) und kommunikativ zu sein (ich verbreite gerne Informationen über Land und Leute): Was sich anhört, wie ein Porträt über mich, ist die „Stellenanzeige“ für den Job einer Möhne an Karneval in unserer schönen Stadt.

Das hab ich zumindest neulich im Internet gelesen.

Gut, dachte ich mir, wenn ich mich verkleide, kann ich auch bei den Weibern mitmischen, geht ja um den Spaß – Unterstützung beim Treiben auf dem Marktplatz an Weiberdonnerstag, das Mitgehen beim Wittlich Zug am Sonntag, Kirmesschauspiel und so weiter, das gehört ja eh zu meinem Standardrepertoire. Gelesen, gefallen, geklickt, um mich zu bewerben, da hab ich es erst gelesen: Gesucht werden Frauen und Diverse. Keine Männer. Ich bin bestürzt, tief getroffen und betroffen. So was in der heutigen Zeit! Das hat mit Gleichberechtigung NICHTS mehr zu tun. Und AGG-konform – AGG steht für Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – ist die Stellenausschreibung erst recht nicht.

Aber wer (mich) nicht will, der hat gewollt. Dann feiere ich eben ohne Weiber und nur mit meinen Jungs. Allen anderen, den Frauen und Diversen, rate ich jedoch: Bewerbt euch! Sonst entgeht euch ein echter Spaß. Und für Tradition und Brauchtumspflege tut ihr auch was! Kreiau!