Parteien statt Vereine

Kolumne : Parteien statt Vereine

Neulich hab ich ja gedacht, als ich den TV gelesen habe, ich müsste eine eigene Partei gründen und unsere Stadträte zum Sparen bekehren. Schwimmbad  klar, wichtig und richtig, das muss sein. Hotel – okay, lasse ich mir auch noch gefallen, das neue Mehrgenerationenhaus mit Kita neben dem neuen Kino sowieso.

Und das neue Stadthaus sollen sie auch bauen. Aber eine Zufahrt zum Industriegebiet ÜBER die Autobahn? Ne, das geht nun wirklich nicht.

Als ich deshalb zur Verwaltung bin, um meinem Unmut Luft zu machen und meine „Wilbert wird’s richten in Wittlich“-Partei anzumelden, hat sich aber alles ganz schnell aufgeklärt. Die Zufahrt wird natürlich unter der Autobahn durchgeführt, und keine Brücke wird nötig sein. Das hat beim TV nur einer falsch verstanden. Okay, kann ja mal passieren, dachte ich mir, und bin zufrieden nach Hause gegangen. Aber nicht zu meiner Wilma, denn die war ja am feiern. War ja Weiberfastnacht.

Da kam mir die Idee, weil es ja immer weniger Kappensitzungen gibt, könnten die Karnevalisten ja statt Vereinen Parteien gründen. Im Mai sind ja Wahlen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Sitzungen hätten sie dann genug das ganze Jahr über, und Sketche, Pointen und Vorträge sowieso. Und ein heißes Tänzchen ist die Politik allemal. In diesem Sinne: Wittlich, Kreiau! Eine schöne Rest-Fastnacht wünsche ich.