1. Meinung

Wilbert sieht bald Litschis von der Lieser

Kolumne Wilbert : Litschis von der Lieser

Alles so schön bunt hier – dachte ich kürzlich, als in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes stand. Schön bunt und ganz schön fremd. Ich konnte nur staunen, was es da so gibt: Karambole, Kumquat, Litschi, Nashi, Pitahaya, Guave, Kaki, Süßkartoffel, Maniok.

Wilma schickt mich neuerdings immer öfter zum Einkaufen, damit ich mal vor die Tür komme. Sagt sie. Ich habe ja den Verdacht, dass sie mich loswerden will, damit sie in Ruhe mit ihren Freundinnen telefonieren kann, um über uns Männer zu lästern und Rezepte auszutauschen.

Eins muss ich Wilma ja lassen, beim Kochen ist sie kreativ und experimentierfreudig. Allerdings trifft sie nicht immer meinen Geschmack. Den ganzen modernen Kram bräuchte ich nicht unbedingt. Ich bin ja eher der Schnitzel-Typ. Aber gut, in Zeiten wie diesen, bin auch ich für Abwechslung dankbar. Also, lass ich sie machen und bekomme immer öfter Topinambur, Okraschoten oder Shiitake-Pilze auf den Teller. Ich muss zugeben, ich komme langsam auf den Geschmack. Und bei meinen Ausflügen in die bunte Obst-  und Gemüsewelt fühle ich mich auch sicherer. Immerhin kann ich schon Pastinaken von Petersilienwurzeln unterscheiden. Vielleicht versuche ich nächstes Jahr sogar, meine Lieblingssorten selbst anzubauen. Wenn das so weitergeht und sich wegen Corona keiner mehr ums Klima kümmert, kann ich schon bald Litschies von der Lieser essen, meint euer Wilbert