1. Meinung

Wilbert zur Gastronomie in der Coronakrise

Kolumne Wilbert : Lieferservice am Lieserstrand

Wie ich es vermisse! Nein, nicht nur die Gespräche mit meinen Kumpels bei einem leckeren Gläschen Wittlicher Wein. Auch nicht die Atmosphäre in meiner Stammkneipe oder am Tresen jedes anderen Gasthauses.

Ich vermisse neben meinem Schoppen und meinen Freunden ein richtiges, gutes Essen im Gasthaus.

Sauerbraten! Knödel! Steak! Gulasch! Spargel! Wenn ich nur schon dran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Aber derzeit bleibt mir ja nur der Lieferservice, oder Täik-awäi, wie es auf Neudeutsch heißt, zum Mitholen, wie der Trierer sagt. Das ist für mich nicht das Gleiche, wenn auch besser als nichts. Denn Wilma ist wegen Corona auf Vegetarisches umgestiegen, weil ihr irgendjemand gesagt hat, das sei gesund. Mit hat auch jemand gesagt, dass Nikotinpflaster die Symptome dieser Seuche eindämmen. Aber deswegen jetzt gleich anfangen mit dem Rauchen?!

Was ich dagegen gar nicht vermisse, ist in Urlaub zu fahren. Wir haben’s hier so schöööön, da bleib ich gern zu Hause am Lieserstrand. Und wenn ich dann doch mal Abwechslung brauche, weil Wilma mich wieder nervt, fahre ich halt in den Hunsrück. Soll ja ganz schön sein da, auch wenn ich dafür an der Mosel vorbei muss.

Apropos Mosel: Die sollen ja Anfang September ihr Festchen in Bernkastel-Kues feiern dürfen, heißt es. Daraufhin hab ich mit unseren Fuffzigern gesprochen, ob sie denn nicht dort beim Festumzug mitgehen möchten, als Ersatz für unsere Kirmes. Seitdem guckt mich keiner mehr von denen auch nur von der Seite an. Aber das macht nichts: Wenn ich noch länger nicht zum Friseur kann und ab Montag ohnehin Maske tragen muss, erkennt mich eh bald keiner mehr. Dann kann ich frech sein so viel ich will und zu wem ich will. Eigentlich ein Träumchen, dieses Corona.