1. Meinung

Auf Nachhaltiigkeit setzen

Auf Nachhaltiigkeit setzen

Die Energiewende und Klimaschutzpolitik machen Hoffnung auf mehr Nachhaltigkeit, auf eine verantwortliche zukunftsorientierte Politik. Aber die Rentenpolitik macht es nicht.

Sie schwankt zwischen Reformen zur Durchsetzung generationenübergreifender Nachhaltigkeit und kurzsichtigen Wahlgeschenken. Belastet werden die Jungen. Wie soll da der Kinderwunsch wachsen und für eine nachhaltige deutsche Bevölkerungsentwicklung sorgen? Gegenwartskonsum verdrängt die Zukunftsvorsorge. Der europäische Fiskalpakt verpflichtet zur Einführung von Schuldenbremsen, aber nur wenige Staaten sind angesichts ihrer Wirtschaftskrise dem deutschen Beispiel gefolgt. Die Schuldenstandsquoten vieler Euro-Länder liegen turmhoch über dem 60-Prozent-Höchstwert des Maastricht-Vertrages: In Italien bei 133 Prozent und in Griechenlands bei 177 Prozent der wirtschaftlichen Jahresleistung. Der Schuldensumpf trocknet kaum, die Perspektive einer Schuldenunion und Haftungsgemeinschaft verliert nicht ihre Schrecken. Die EZB-Geldschwemmenpolitik kann nachhaltige, die Wettbewerbskraft steigernde Reformen nicht ersetzen. Weil sich sparen kaum noch lohnt, zündet die EZB-Geldflut Konsumstrohfeuer und treibt Unternehmer und renditesuchende Anleger in immer risikoreichere Investments. So pustet die EZB Blasen auf und programmiert die nächste Krise. Also resignierend das Prinzip der Nachhaltigkeit aufgeben? Nein: Deutschland muss seine eigenen Widersprüche zu einer nachhaltigen Politik beseitigen und gegenüber der EZB sowie den anderen Euro-Ländern auf einer nachhaltigen Politik bestehen. Der Autor ist ehemaliger Chefredakteur des Handelsblatts und Buchautor.