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Der Kampf um das Anlegergeld

Der Kampf um das Anlegergeld

2,3 Prozent Zinsen pro Jahr für Tagesgeld. Das hört sich für viele Anleger interessant an. Immerhin ist das vier- bis fünfmal so viel, was deutsche Banken derzeit bieten. Viele Sparer haben sich von hohen Zinsen locken lassen und ihr Geld bei ausländischen Kreditinstituten geparkt.

Doch die Sorgen um die europäischen Banken wachsen. Nun ziehen auch in Spanien Investoren ihr Geld ab. Mittlerweile fragen sich deutsche Sparer, ob und wie sie reagieren sollen.

Zunächst müssen sich die Anleger bewusst sein, dass häufig diejenigen Banken hohe Zinsen zahlen, die selbst viel zahlen müssen, um sich zu refinanzieren. Das lässt sich zumeist auf die Formel bringen: Je höher der Zins, um so schlechter die Bonität des Instituts. In diese Kategorie fallen beispielsweise die Angebote der russischen VTB Bank, der spanischen Santander Bank und der niederländischen NIBC. Bei der längerfristigen Bonität erhalten alle drei Institute keine Bestnoten, bieten aber Tagesgeldzinsen über zwei Prozent.

Angesichts der aktuellen Bankenkrise erinnern sich viele Anleger an den Fall Kaupthing. Tausende Sparer aus Deutschland ließen sich von den Isländern mit hohen Tagesgeldzinsen locken und mussten nach der Pleite der Bank im Oktober 2008 um ihr Geld bangen.

Doch die meisten Experten halten einen zweiten Fall Kaupthing für unwahrscheinlich. Damals war die Bank nur dem isländischen Einlagensicherungsfonds angeschlossen, der Ersparnisse bis zu einer Höhe von 20?887 Euro schützen sollte. Inzwischen garantieren jedoch alle EU-Staaten pro Bank einen individuellen Schutz von bis zu 100?.000 Euro. Anleger sollten darauf achten, welcher Staat für die Einlagen haftet. Um das Risiko bei Summen über 100?.000 Euro zu minimieren, ist es sinnvoll, das Geld auf mehrere Institute zu verteilen.