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Meine Wirtschaftswoche

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Mit seiner Ankündigung, die Notenpresse zu bremsen und weniger Geld in die Märkte zu pumpen, hat diese Woche der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke die weltweiten Aktienkurse auf Talfahrt geschickt. Der Nikkei-Index in Tokio knickte um 1,74 Prozentpunkte ein, der Dow Jones Industrials gab fast anderthalb Prozentpunkte nach, und den deutschen Leitindex (Dax) beutelte es noch viel heftiger.

Um 3,38 Prozent fiel der Index auf den niedrigsten Wert seit April. Dabei dürfte die Ankündigung Bernankes nicht überraschen. Die Frage war nie, ob die expansive Geldpolitik endet, sondern nur wann.

Kein Anleger konnte ernsthaft glauben, dass die Märkte grenzenlos mit unbeschränkter Liquidität vollgepumpt werden. Der Zeitplan, den der Fed-Chef vorlegt, sollte zudem keine Panik auslösen. Der Geldhahn wird nicht auf einen Schlag abgedreht, sondern nach und nach in verträglichen Dosen. Zudem beschert die Ankündigung des Amerikaners den Märkten eine hohe Transparenz.

Fed-Chef Ben Bernanke hat angekündigt, die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr zu drosseln und bis Mitte 2014 zu beenden. Denn die rotierende US-Notenpresse beflügelt die Märkte weltweit seit Jahren: Die Fed kauft zur Stützung der Konjunktur monatlich Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar auf.

Der gewiefte Notenbanker setzt seine Aussage an einem Punkt, in dem die US-Konjunktur wieder an Fahrt gewinnt, die eine weitere expansive Geldpolitik nicht braucht - oder wie er es bildlich sagt: Jede Verlangsamung im Anleihenverkauf ist ein bisschen wie vom Gaspedal zu gehen, während das Auto beschleunigt - nicht aber, damit zu beginnen, auf die Bremse zu treten." Die Märkte werden sich also schnell wieder erholen.