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Mein schöner Garten
Zugeschnittene Lösungen finden

Kathrin 
Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: Kathrin Hofmeister / TV
Manche Gartenprobleme stellen uns vor Rätsel, sind aber so logisch zu lösen wie ein Sudoko. Stufe leicht: Welche Clematis muss ich um diese Zeit schneiden? Vorgegeben ist die Erkenntnis, dass Sommerblüher, also die beliebte Gruppe der Viticellas und Jackmaniis an den neuen Austrieben blühen. Ergo, setze ich bei ihnen jetzt meine Schere ein und schneide sie auf 20-50 cm zurück. Von Kathrin Hofmeister

In der mittelschweren Stufe, weiß man, dass die meisten Pflanzen auf zu sauren Böden schlecht gedeihen. Aber wie findet man heraus, ob das auf den eigenen Garten zutrifft? Teststreifen aus dem Gartenhandel geben Aufschluss. Und Treffer: Der pH-Wert ist zu niedrig. Nächste Hürde: Im Herbst hat man versäumt kohlensauren Kalk auszustreuen. Lösungsansatz: Das geht auch noch im zeitigen Frühjahr. Im Gemüsegarten geschieht das am besten vier Wochen vor der Beetvorbereitung, und nicht zusammen mit Dünger. Die beiden sind Gegenspieler.

Die schwere Stufe ist erreicht: Das Rätsel ums Buchsbaumsterben. Korallalgenkalk, Ende April, Anfang Mai über die Büsche gestäubt, soll helfen. Der für seinen Garten am Niederrhein bekannte Manfred Lucenz schreibt in Mein Schöner Garten, dass die gefürchtete Pilzkrankheit aus seinem Garten verschwunden sei, seit er die immergrünen Sträucher nicht mehr wie sonst üblich im Sommer schneide, sondern zwischen Ende Januar und Ende März. Einen Versuch ist’s wert. Wichtiger Hinweis eines Experten: Die meisten Leute fingen mit den kranken Stellen im Buchs an. Danach werde das gesunde Grün geschnitten, ohne die Schnittwerkzeuge zu desinfizieren. Um die noch gesunden Triebe nicht anzustecken, wäre es logischer anders herum anzufangen. Aber jetzt wird’s teuflisch: Der Buchs kämpft zusätzlich mit Buchsbaumzünsler und Buchskrebs. Ich fürchte, wie man dieses Problem löst, darüber werden wir uns bis auf Weiteres den Kopf zerbrechen können.
Kathrin Hofmeister

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