Mit Alice, Samson und Marx: Trier ist dabei

Mit Alice, Samson und Marx: Trier ist dabei

TRIER. Sechs Wochen vor dem offiziellen Startschuss laufen sich in und um Trier viele Veranstalter warm für ihren Beitrag zum grenzüberschreitenden Kulturhauptstadt-Jahr 2007. Beim Trierer Kulturbüro laufen die Fäden zusammen.

35 eigene Projekte und 18 Kooperationen mit Trierer Beteiligung stehen auf der Agenda. Nicht alles ist ganz neu, aber auch die "etablierten" Veranstaltungen, die es ins Kulturhauptstadt-Programm geschafft haben, versprechen Innovationen und neue Impulse. Hinter dem Flaggschiff Konstantin-Ausstellung hat sich ein beachtlicher Querschnitt aus der einheimischen Kulturszene formiert: Jazz und Klassik, Theater und Bildende Kunst, Literatur und Experimentelles, Musical und Oper, Events und Wissenschafts-Kunst sind in einem breiten Spektrum vertreten. Das Programm verspricht auch eine Reihe attraktiver Events. Die Tuchfabrik produziert mit 100 Jugendlichen ein Musical, das unter dem Titel "Alice - Superstar" Motive des Märchens "Alice im Wunderland" mit dem Alltag heutiger Casting-Shows verbindet. Dafür haben sich Triers früherer Schauspiel-Dramaturg Alexander Etzel-Ragusa und Rockmusiker Michael Kiessling zusammengetan (Premiere: 1. Juni). In Großformation präsentiert sich das Jugend-Sinfonie-Orchester Rheinland-Pfalz im April mit einem Wagner-, Beethoven- und Saint-Saens-Konzert. Manfred Mays "Konzertchor" und die italienische Schauspieltruppe "Compagnia dei Folli" aus Ascoli Piceno treffen im Amphitheater für eine szenische Produktion von Orffs "Carmina Burana" aufeinander (18. August). Zum "Quattropolen-Slam" der Bühnendichter lädt die "Produktion" am Domfreihof wettkampfwillige Nachwuchspoeten aus Metz, Saarbrücken, Luxemburg und Trier ein (Termin noch offen). International gibt sich auch der Jazzclub Eurocore, der im September mit europäischen Jazz-Stars und dem Trierer Orchester das eigens arrangierte Programm "Two worlds - One Music" im Luxemburger Konservatorium und im Trierer Theater aufführt. Das Theater steht generell im Zeichen der Kulturhauptstadt. Zur Opernproduktion "Samson und Dalila" treffen sich im Juni im Amphitheater der Saarbrücker Regisseur Karl-Josef Schildknecht, der Luxemburger Architekt Francois Valentiny, die Luxemburger Philharmoniker und das Trierer Ensemble. Bereits im Mai steht die Uraufführung der Konstantin-Oper "Fausta" des Trierer Komponisten Heinz Heckmann auf dem Programm, im Herbst folgt die Uraufführung der "Treveris-Kantate" von Generalmusikdirektor István Dénes nach Ausonius-Texten. Im November 2007 schließlich wird das multimediale Musik- und Tanztheaterprojekt "Fragmente der Unendlichkeit" über Nikolaus von Kues aus der Taufe gehoben. Spannende Ausstellungen wie "Kaiser-Gelehrte-Revolutionäre" (März bis Juli in der Stadtbibliothek) und "Best of Robert-Schuman-Preis" (Dezember 2007 in der Europäischen Kunstakademie) locken ebenso das Publikum wie neue Kunstformen. "neuSehland - Labor der Blicke" heißt ein Mammut-Digitalkunst-Projekt der Fachhochschule (FH) Trier (Mai bis November 2007), während sich im Karl-Marx-Haus junge Künstler multimedial mit den "Gespenstern des Marxismus" auseinander setzen. "Remarx" nennt sich die Reihe im Juni nächsten Jahres. Selbst die notorischen Kritiker haben - anders als seinerzeit bei der Heilig-Rock-Ausstellung - den Sprung ins offizielle Programm geschafft: In der Tufa werden Helmut Schwickerath und andere Provokateure von Juni bis August ihre bissigen Kunst-Kommentare zum großen Kaiser Konstantin abgeben. Weitere Veranstaltungen siehe Übersicht.

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