Mit Pfeil und Bogen

Mit Pfeil und Bogen

(gsb) Hey, liebe Kinder, helau, alaaf, kaulaidi! Die Fastnachtszeit ist in vollem Gange, überall wird geschunkelt und getanzt, was das Zeug hält. Zur Fastnacht gehört auch das Verkleiden, was natürlich besonders euch Kindern viel Spaß macht.

Mal wie ein Leopard schleichen, mutig wie Harry Potter sein oder aussehen wie eine Prinzessin! Viele von euch werden sich sicher als tapfere Indianer mit Federkopfschmuck, Friedenspfeife, Pfeil und Bogen kostümieren. Als Leseratte habe ich mich mal schlau gemacht, was es mit Indianern auf sich hat. Etwa 30 000 Jahre - ganz genau weiß man das nicht - lebten viele verschiedene indianische Stämme in Amerika. Wissenschaftler nehmen an, dass sie während einer Eiszeit vom sibirischen Asien ins amerikanische Alaska wanderten. Als nämlich das Meer (die Behringstraße) vorübergehend zugefroren war. Von dort verteilten sich die Indianer auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Heute sind im Norden etwa die Inuit, die "Eskimos" ("Rohfleischesser"). Andere wie die Yanomami leben im südafrikanischen Regenwald. Viele Stämme, wie die mächtigen Sioux, lebten von den gewaltigen Büffelherden. Von dem Büffelfleisch ernährten sie sich, Häute, Felle und Knochen dienten als Zelt, Kleidung und Werkzeug. 1492 entdeckte der Seefahrer Christoph Kolumbus Amerika. Da er das Land irrtümlich für Indien hielt, nannte er die Menschen Indianer. Als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer nach Amerika kamen, brachten sie erstmalig Pferde auf den amerikanischen Kontinent. Bislang hatten Indianer als Haus- und Lasttier Hunde eingesetzt. Sie machten sich die verwilderten Pferde, die Mustangs, zunütze und begannen später, selbst Pferde zu züchten. Mit ihnen konnten sie nun den Büffelherden leichter folgen. In den späteren Jahrhunderten strömten immer mehr europäische Siedler nach Amerika - viele von ihnen flüchteten vor der Armut und Hungersnot im eigenen Land. Doch mit dem Besiedeln fruchtbarer Gegenden und dem Abschießen der Büffel nahmen sie den Indianern ihre Lebensgrundlage. Es gab viele Kriege, bis 400 Jahre nach Entdeckung Amerikas die Indianer endgültig unterdrückt waren. Viele wurden in "Reservationen" abgeschoben, also Siedlungsgebiete, in denen nur Indianer leben - oft unter ärmlichen Verhältnissen. Wenn es euch interessiert, wie Indianermädchen und Indianerjungen erzogen wurden, ob sie zur Schule gingen, wie Zeichensprache und Rauchzeichen funktionierten - dann schaut mal in eine der nächsten Wochenendausgaben. Bis dahin euer Lucky