MOTORSPORT: "Chance für regionale Starter"

MOTORSPORT: "Chance für regionale Starter"

DAUN. Das Ende der Deutschen Rallyemeisterschaft hat auch für Daun und das Umfeld gravierende Änderungen zur Folge. Die Veranstalter sind sich jedoch sicher, dass es keinen wirtschaftlichen Schaden geben wird, nachdem in Daun in den vergangenen vier Jahren ein Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft stattgefunden hat.

Das Ende war absehbar. Immer mehr Hersteller zogen sich aus der Serie zurück, nationale Titel zählten nicht mehr, das Interesse galt (fast) ausschließlich nur noch dem Mega-Ereignis Weltmeisterschaft. Die deutsche Rallyemeisterschaft verlor zwar nicht an Qualität, aber an Werksteams, weil deren Budget fast ausschließlich auf die globale Auseinandersetzung zwischen Australien und Zypern ausgerichtet war. Von der Basis aus neu organisieren

Zum Schluss blieben mit Skoda (und teilweise Citroën Deutschland) nur noch zwei Hersteller übrig, die sich in der DRM engagierten und präsentierten. Den Rest des immerhin bis zu 80 Startern großen Feldes machten werksseitig unterstützte Teams oder Privatiers aus. Das Ergebnis: Im Jahr 2006 wird es keine Deutsche Rallyemeisterschaft mehr geben. Die beiden neuen Ligen "ADAC Rallye Masters" und "Deutsche Rallye-Serie" treten das Erbe an mit dem Ziel, den nationalen Rallyesport von der Basis aus neu zu organisieren. Die Eifelrallye rund um Daun hatte sich in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem der am besten organisierten Läufe in Deutschland entwickelt, sie war auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die nördliche Eifel geworden. 28 000 Zuschauer verfolgten in diesem Jahr an zwei Tagen den Sieg des Skoda-Werksfahrers Alex Bengue. Nicht alle, aber doch viele von ihnen übernachteten in und um Daun, verpflegten sich dort und belagerten die Tankstellen in der Region. Bange Frage also nicht nur der Fans, sondern auch von Gastronomie und Handel: Was kommt jetzt? Fakt ist: Die Eifel-Rallye wird es weiter geben. Sie ist 2006 am 28. und 29. Juli einer von zehn Läufen der neuen ADAC Rallye Masters. Getreu dem selbst ausgegebenen Motto "Zurück zu den Wurzeln", das den Rallyesport als "Motorsport des kleinen Mannes" wieder mehr beleben will, wird es im nächsten Jahr keine World Rallye Cars (WRC) und keine Super 1600 Fahrzeuge mehr geben. Das ist ungefähr so, als wenn Jürgen Klinsmann nur noch Aktive aus der zweiten Bundesliga für die Nationalelf einladen dürfte. Sechs heimische Motorsportclubs aus der Region, darunter auch die aus Daun und Oberehe, hatten "die Eifel" in den vergangenen Jahren "gestemmt". Oberehe wird 2006 nicht mehr dabei sein. Dennoch, so glaubt Jürgen Hahn, der Pressechef der Eifel-Rallye, werde es keinen wirtschaftlichen Schaden für die Region geben. Im Gegenteil: Er rechnet mit einem "noch um etwa 20 Prozent größeren" Starterfeld. "Am Konzept unserer Veranstaltung wird sich nichts ändern. Es wird bereits donnerstags abends einen Shake down geben, die Teams reisen genau so frühzeitig an wie in den vergangenen Jahren und bleiben genau so lange wie vorher. Was fehlt, ist allein die qualitative Spitze, aber das neue Konzept bietet jetzt viel mehr Rallyesportlern von der Basis die Möglichkeit, bei der Eifel zu starten." Hahn geht davon aus, "dass wir gerade bei den Motorsport-begeisterten Eifelern viele Fahrer aus heimischen Clubs haben werden, die jetzt an der Rallye teilnehmen werden". Historische Rallye kommt wieder

Einen zusätzlichen Attraktivitäts-Aspekt sieht Rallye-Leiter Karl Fries. "Wir werden auch 2006 eine historische Rallye im Rahmen der Eifel-Rallye haben, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Viele Rallyefans, die von weit her kamen, waren mehr an den legendären Boliden vergangener Rallyezeiten interessiert als an den DRM-Fahrzeugen", sagt Fries. "Und was das Hauptfeld angeht: Abgesehen von ein paar Fahrzeugen an der Spitze, werden die meisten Zuschauer gar nicht merken, dass sich etwas verändert hat. Mit Oberehe sind wir im Übrigen nicht im Streit auseinander gegangen. Deren eigene Veranstaltung lag einfach zeitlich zu nahe an der Eifel-Rallye, als dass sie sich bei uns hätten noch mit der erforderlichen Anzahl der Helfer einbringen können."