MOTORSPORT: Kampf mit stumpfen Waffen

MOTORSPORT: Kampf mit stumpfen Waffen

NÜRNBERG. (jüb) Mit Rang elf und zwölf in den beiden Läufen zur Seat Leon Super Copa kehrte Phillip Leisen aus Irrel vom DTM-Wochenende aus Nürnberg nach Hause. Der talentierte Motorsportler aus der Eifel blieb dabei weit unter seinen Möglichkeiten.

Man konnte Phillip Leisen die Enttäuschung anmerken: "Das Wochenende war ein absoluter Reinfall, und eigentlich bin ich stinksauer." Mit drastischen Worten kommentierte der junge Man aus Irrel seine Vorstellung im "DTM-Tempel" auf dem Norisring vor mehr als 100 000 Zuschauern. So allmählich sieht Leisen seine Felle in seiner ersten "Copa"-Saison davon schwimmen, was aber weniger mit fehlendem fahrerischen Potenzial zu tun hat. "Schon vom freien Training an lief mein Auto nicht richtig, es fehlte eindeutig an Leistung. Das konnte man nicht nur an den miserablen Rundenzeiten erkennen, auch der auf dem Norisring äußerst wichtige Topspeed war in der Tat grausam", charakterisiert der Vorjahres-Dritte des ADAC Volkswagen Polo-Cups die beiden Rennen im Fränkischen. Das krasseste Beispiel für seine Unterlegenheit: "Im vergleich zum Vorletzten der Tabelle mit den Höchstgeschwindigkeiten fehlten mir neun Stundenkilometer, auf den schnellsten sogar 16! So konnte ich mir die Seele aus dem Leib fahren ohne einen Funken Hoffnung auf eine gute Platzierung. In den Kurven konnte ich die Gegner zwar anbremsen und manche sogar überholen, doch spätestens auf der langen Start/Ziel-Geraden war es mit der Herrlichkeit wieder vorbei." Obwohl seine Mechaniker während des gesamten Renn-Wochenendes das Auto "auf den Kopf stellten", wurde der entscheidende Fehler nicht gefunden. Dies ärgert Leisen umso mehr, weil er sich damit eine gute Ausgangsposition für sein Heimrennen auf dem Nürburgring vom 18. bis 20. August im Rahmen der DTM verscherzt hat. "In diesen knapp vier Wochen muss der Fehler behoben sein. Ich kann und will mir solch einen Kampf mit stumpfen Waffen nicht noch einmal antun, vor allem nicht auf dem Nürburgring, zu dem viele Gäste und Freunde anreisen werden."

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