Musik-Metropole Mehring

Musik-Metropole Mehring

MEHRING. Große Kultur in einer kleinen Gemeinde: Das muss kein Widerspruch sein. Sagen sich zumindest die Mehringer und organisieren ein Klassik-Open-Air direkt an der Mosel. Mit illustrer Besetzung, aufwändiger Technik und Feuerwerk. "Wenn, dann richtig", sagt Bürgermeister Helmut Reis.

Einsatzbesprechung am Moselufer. Eine Wiesenfläche, eine Durchgangsstraße, ein Campingplatz. Nicht gerade die geborene Open-Air-Location für klassisches Orchester, Sopran und Tenor. Da braucht man Männer mit Visionen. Kein Problem, sagen Thomas Kiessling, Heinz Wagner und Helmut Reis. Eigentlich sei "alles schon da", was man braucht. Vor allem die tolle Atmosphäre am Moselstrand, die bewaldeten Hügel am gegenüber liegenden Ufer und ein lautlos dahingleitender Fluss. Der Rest lasse sich organisieren. Kein Wunder, wenn ein ganzer Ort dabei hilft. "Alle sind dabei", sagt der Ortsbürgermeister, "von der Feuerwehr bis zum Elektriker". Die Bühne, darüber herrscht schnell Einigkeit, soll direkt am Moselufer stehen, um dem Publikum einen Blick auf das Ambiente zu ermöglichen. Strom- und Wasserversorgung, so erfahren die Tontechniker auf besorgte Nachfrage, seien an Ort und Stelle vorhanden. Schließlich feiert Mehring auf dieser Fläche auch sein großes Winzerfest im September. Für fast 1000 Stühle wäre Platz, ermittelt Organisator Heinz Wagner. Derjenige, der so viele Menschen anziehen soll, steht derweil daneben und schaut fasziniert in die untergehende Abendsonne. Thomas Kiessling, Star-Tenor aus Trier, hat Mehring für die Premiere eines neuen Programms ausgesucht. Leckerbissen aus Oper, Operette und Musical will er zelebrieren, gemeinsam mit der Sopranistin Sarianna Salminen und mit der renommierten russischen Kammerphilharmonie. Arien von Carmen bis Traviata, Szenen von Tschaikowsky bis Lehar, Schauplätze von der West Side Story bis zu neapolitanischen Fischerdörfern umfasst das Programm. "Wir wollen nicht nur Opernfans ansprechen, sondern Werbung für diese Kunst machen, bei allen, die gute Musik hören", verspricht Kiessling, der durch sein früheres Engagement bei den "Jungen Tenören" bekannt wurde. Aber vor dem Genuss steht die Organisation. "Was machen wir denn mit dem Straßenverkehr?", fragt Christoph Jung, Kapellmeister am Trierer Theater, der den Abend dirigieren wird. "Kein Problem", beruhigt Helmut Reis, die Straße werde gesperrt, der Verkehr durch den Ort umgeleitet. So einfach geht das auf dem Dorf, wenn man Platz schaffen will für Kultur. Da wären die Trierer froh, wenn ihnen solches für die Antikenfestspiele gelänge. Die Probleme werden abgehakt, eines nach dem anderen. Wenn es dunkel wird am 15. Juli, dann sorgen Fackeln für stimmungsvolles Licht. Ein finales Feuerwerk hätten sie noch gerne, der Bürgermeister und seine Helfer vor Ort. Damit es ein unvergessliches Erlebnis bleibt. Aber da ist noch Klärungsbedarf, von wegen der Kosten. "Wir arbeiten dran", sagt Helmut Reis. Und es klingt, als sei er ziemlich sicher, auch das noch hinzukriegen. Überhaupt fehlt es den Mehringern nicht an Selbstbewusstsein. Was denn sei, wenn es regnet, will einer wissen. "Wenn wir in Mehring was machen", antwortet der Ortsbürgermeister, "dann ist schönes Wetter." Karten für das vom TV präsentierte Open Air am 15. Juli um 21 Uhr in den TV-Presse-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.intrinet.de/tickets.

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