Nach 35 Jahren wieder gegen Walter Röhrl

Motorsport : Nach 35 Jahren wieder gegen Walter Röhrl

Motorsport: Zwei Beifahrer von der Mosel starten ab heute wieder bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge – und treffen dort auch Legenden.

Vor über 35 Jahren trat Axel Weinand bei der Hunsrück-Rallye einmal gegen das legendäre Duo Walter Röhrl und Christian Geistdörfer an. „Und ich stand in der Ergebnisliste sogar vor ihnen – allerdings nur, weil sie ausgefallen waren“, blickt der Rallye-Co-Pilot aus Platten (Kreis Bernkastel-Wittlich) zurück. Nun trifft Weinand erneut auf die erfolgreichsten deutschen Rallyefahrer aller Zeiten – bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge. Weinand startet heute zum elften Mal bei der Kultveranstaltung, für Röhrl/Geistdörfer ist es die Premiere, aber die hat einen Hintergrund: Vor genau 40 Jahren gewannen sie den WM-Lauf rund um Monte Carlo zum ersten Mal, heute unvorstellbar: in einem Fiat 131.

Ab heute sind die beiden Stammgäste des Eifel-Rallye-Festivals rund um Daun auf einem Porsche 911 unterwegs, als einer von insgesamt 307 Startern aus der ganzen Welt. Mit dabei ist im Franzosen Bruno Saby ein weiterer früherer Sieger der „echten“ Rallye Monte Carlo. Am vergangenen Wochenende setzte sich dort erstmals der Belgier Thierry Neuville im WM-Lauf durch (der TV berichtete).

Wie in den vergangenen Jahren ist die Region Trier ebenfalls wieder bei der Variante für historische Fahrzeuge vertreten, bei der nur Fahrzeuge der Baujahre 1911 bis 1980 fahren dürfen – in diesem Jahr allerdings nur mit zwei statt wie sonst drei Startern. Grund: Die beiden Kröver Gerhard und Frank Richter pausieren in diesem Jahr, legen mit ihrem über 60 Jahre alten Wartburg andere Prioritäten. Weinand ist wieder als Beifahrer dabei, an der Seite Rudolf Hofmann aus Gunzenhausen (bei Fulda) mit einem Alfa Romeo Giulia, Baujahr 1965. Ebenfalls als Co-Pilot geht Winzermeister Günter Meierer aus Osann- Monzel (ebenfalls Kreis Bernkastel-Wittlich) an den Start, für ihn es bereits das 15. Mal als Beifahrer von Gert Pierer aus Österreich mit einem Volvo 122 S Baujahr 1965.

Beide starten für das deutsche Team HRRT, das rund um Monte Carlo zehn Fahrzeuge stellt und einen Podestplatz in der Mannschaftswertung anpeilt. Zum Team gehören auch die Serviceleute Walter Knopp und Lukas Kranz aus Wittlich. Das Ziel von Weinand und Meierer heißt alle Jahre wieder „erst einmal im Hafen von Monte Carlo“ ankommen. Heute starten beide Teams mit den traditionellen Sternfahrten: Weinand fängt direkt in Monte Carlo an, Meierer startet ab Reims, weitere Startorte sind Athen, Glasgow, Barcelona und Bad Homburg. Die ersten Wertungsprüfungen liegen ab Samstag vor den Fahrern, wie immer werden alle Klassiker absolviert, mit dem finalen Höhepunkt, der „Nacht der langen Messer“ von Dienstag auf Mittwoch kommender Woche. „Wenn alles klappt, hoffen wir auf einen Platz unter den ersten fünf in der Gruppe der Fahrzeuge aus den Baujahren 1961 bis 1965“, sagt Weinand.

Im Gegensatz zum WM-Lauf geht es bei den historischen Fahrzeugen nicht darum, die Wertungsprüfungen am schnellsten zu beenden, sondern möglichst gleichmäßig durch die Kontrollpunkte zu fahren. Dazu sind die Rallye-Veteranen in verschiedene Gruppen eingeteilt, für jede wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt – und wer am nächsten an diese Sollzeit herankommt, hat gewonnen.