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Umwelt
Belgier wollen Schweinepest mit Schutzzaun eindämmen

FOTO: dpa / Jens Büttner
Étalle. Eine Million will das Agrarministerium der belgischen Wallonie in die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest investieren. Die Seuche scheint sich weiter zu verbreiten. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Wenige Tage nachdem Behörden zwei mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Schwarzwild-Kadaver in Südbelgien entdeckt haben, gibt es offenbar weitere Verdachtsfälle. Wie die belgische Zeitung „Grenzecho“ berichtete, sind Förster bei Étalle auf drei weitere tote Wildschweine gestoßen. Experten vermuten nun, dass das Virus sich bereits verbreitet hat.

Die belgische Regierung versucht die Seuche einzudämmen. Dafür stellt das Landwirtschaftsministerium der Wallonie eine Million Euro zur Verfügung. Dies teilte die Behörde in einer Pressekonferenz mit. Mit dem Geld könnte ein Schutzzaun um Waldflächen errichtet und eine Art Quarantäne-Station geschaffen werden, die das Schwarzwild daran hindern soll, den Erreger zu verbreiten. Das Problem: Noch konnten Behörden das Gebiet, in dem die Seuche grassiert, nicht eingrenzen. Die Risikozone, die rund um den Ausbruchsherd eingerichtet wurde, misst derzeit 63 000 Hektar. So ein großes Gebiet, in dem es auch Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe gibt, ist aber unmöglich zu umzäunen. Vorerst gilt laut  „Grenzecho“ also erst mal ein Jagdverbot in der Risikozone. Spaziergänger dürfen Pfade nicht verlassen.

Und die Bauern? Nach Informationen der belgischen Zeitung gibt es in der Region 67 Schweinehalter. Diese Betriebe würden von Veterinären überprüft. So lange herrscht für sie ein Vermarktungsstopp. Der Seuchenfall betrifft aber nicht nur die Landwirte in der Region. Sechs Länder haben den Import von Schweinefleisch aus Belgien inzwischen ganz eingestellt. So vermeldet der Verband der belgischen Fleischindustrie, dass Südkorea, China, Taiwan, Weißrussland, Mexiko und die Philippinen die Einfuhr von Fleisch- und Wurstwaren gesperrt haben. Weitere könnten folgen.

„Belgische Landwirte und Schlachtbetriebe leiden unter dem Seuchenfall“, sagt auch Michael Horper. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau beobachtet die Lage im Nachbarstaat, unterhält auch gute Kontakte zu Kollegen in der Wallonie. Er glaubt, dass die Belgier die Lage im Griff haben: „In der kurzen Zeit haben sie so schnell wie möglich reagiert.“ ⇥Lokales