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"Tatort" mit Wotan Wilke Möhring
Kommissare spielen Katz und Maus

Falke und Grosz ermitteln im Clan-Milieu: Sezene aus dem "Tatort: Alles, was Sie sagen".
Falke und Grosz ermitteln im Clan-Milieu: Sezene aus dem "Tatort: Alles, was Sie sagen". FOTO: NDR/Christine Schroeder
Lüneburg. Der Bundespolizei-"Tatort" ist ein spannender Fall: Die Ermittler stellen sich die Vertrauensfrage. Martina Stöcker

Sein zehnter "Tatort"-Fall führt Wotan Wilke Möhring als Ermittler Falke unter Migranten. Dabei fällt ein Mordverdacht auf ihn und seine Kollegin. In einem spannenden Fall stellen sich die Ermittler die Vertrauensfrage.

Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) weiß, wie es läuft: Der Kommissar der Bundespolizei sitzt im Verhörraum der Lüneburger Polizei - nur leider auf der falschen Seite. Ihm wird vorgeworfen, den Tod einer jungen Libanesin verursacht zu haben.

Sie war mit ihrem Bruder, der wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen in Syrien gesucht wird, in einer leeren Lagerhalle. Falke war auch dort, aus seiner Waffe wurde geschossen. Ziemlich schlimme Sache. Es sieht nicht gut aus für ihn. Auch wenn er die Verhör-Taktik seines Gegenübers, Polizeichef Rehberg (Jörn Knebel), genau durchschaut.

Falke kann sich nämlich anscheinend nicht auf seine Partnerin Julia Grosz (Franziska Weisz) verlassen. Sie ist nicht gewillt, ihn zu decken. Auch sie sitzt im Verhörraum und schildert den Hergang des Abends und den Verlauf der Ermittlungen - allerdings ganz anders.

Der "Tatort"-Fall "Alles, was Sie sagen" wechselt zwischen den kammerspielartigen Verhör-Szenen und der Rekonstruktion der Aussagen der beiden Kommissare. Es geht um Vertrauen, Eifersucht und Verrat. Rehberg versucht, Falke und Grosz gegeneinander auszuspielen.

Verblüffend ist zudem, wie unterschiedlich beide eine Situation wahrgenommen haben. Das wird durch die Spielszenen, die abwechselnd aus der Perspektive der beiden erzählen, besonders deutlich. So gut kennen sich die beiden Kommissare ja noch nicht, es ist ihr vierter gemeinsamer Fall. Und bislang hat vor allem Kommissarin Grosz den Kollegen immer auf Abstand gehalten.

Dieser "Tatort" bietet wirklich Spannung bis zum Schluss mit einem unerwarteten Ende. Dazu gute Dialoge, in denen vor allem Falke seine Knorrigkeit und seinen Witz ausspielen darf, und eine großartige Franziska Weisz. Regisseur Özgür Yildirim hat eine ungewöhnliche Erzählform gefunden, die plausibel, aber doch ein wenig rätselhaft durch den Fall führt. Auch die Nebendarsteller sind gut besetzt, ihre Rollen gut charakterisiert. Dieser Sonntagabend ist gerettet.

"Tatort - Alles, was Sie sagen", Das Erste, So., 20.15 Uhr