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Oscar-Favorit
"Three Billboards"-Besetzung triumphiert bei SAG Awards

Nach den Golden Globes kann das Rachedrama um eine trauernde Mutter in einer US-Kleinstadt auch bei der Preisverleihung der Schauspielergilde überzeugen. Und auch die Botschaft an Hollywood bleibt gleich: Es muss mehr Gleichberechtigung her.

Kurz vor der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen 2018 hat der Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" bei den SAG Awards abgeräumt. Hauptdarstellerin Frances McDormand erhielt am Sonntag (Ortszeit) die Auszeichnung der Screen Actors Guild als beste Schauspielerin in einem Film, ihr Kollege Sam Rockwell wurde als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Auch der renommierte Preis für die beste Besetzung eines Film ging an das US-Rachedrama. Wie die Golden Globes vor zwei Wochen waren auch die SAG Awards vom Thema Gleichberechtigung in der Filmbranche geprägt.

Rockwell dankte auf der Bühne seiner Kollegin McDormand: "Frances, du bist ein Kraftwerk." Er stehe Schulter an Schulter mit allen "unglaublichen Frauen in diesem Raum, die versuchen, die Dinge besser zu machen". Das sei längst überfällig, so Rockwell. Die SAG Awards gelten als guter Indikator für die Oscars. "Three Billboards" dürfte damit noch mehr als Favorit für eine Nominierung gelten als bereits durch seine vier Golden Globes zuvor.

Hier lesen Sie mehr über den Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri".

Die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin ging an Allison Janney für ihre Schauspiel in "I, Tonya". Als bester Schauspieler in einem Film wurde Gary Oldman für seine Verkörperung des ehemaligen britischen Premiers Winston Churchill in "Darkest Hour" geehrt.

Nicole Kidman gewann einen SAG Award für ihre Darstellung in der TV-Mini-Serie "Big Little Lies". Die 50-Jährige sagte, sich angesichts ihres Alters besonders über den Preis zu freuen. Zu anderer Zeit in Hollywood sei man dann als zu alt für Hauptrollen betrachtet worden.

Kidman erklärte, seit ihrem 14. Lebensjahr auf der Bühne zu stehen. Sie sei unendlich dankbar für ihre Karriere. Kurz zuvor war ihr Schauspielkollege Alexander Skarsgard ebenfalls für seine Darstellung in "Big Little Lies" geehrt worden. In der Serie spielen die beiden ein Paar - der Mann wendet regelmäßig körperliche Gewalt gegen die Frau an.

Ehrenpreis für Morgan Freeman

Morgan Freeman nahm den Preis für sein Lebenswerk mit stehenden Ovationen entgegen. Während seiner Dankesrede bemerkte er, die Auszeichnung - eine zwei Masken haltende Figur mit dem Namen "Der Schauspieler" - sei männlich geformt. Von hinten funktioniere der Preis zwar, von vorne sei er aber geschlechtsspezifisch. Für seine Aussage bekam er viel Jubel. Die diesjährigen SAG Awards standen ganz im Zeichen der Bewegungen #MeToo und "Time's Up". Fast nur Frauen präsentierten die Auszeichnungen, Schauspielerin Kristen Bell moderierte die Gala.

"Veep" erhielt die Auszeichnung als beste TV-Comedy-Serie. In der Politsatire stellt Julia Louis-Dreyfus eine Politikerin dar, die ihre Mitarbeiter ausnutzt, um sich ihren Weg durch das politische Leben in den USA zu bahnen. Louis-Dreyfus verbuchte wie schon im vergangenen Jahr auch den Sieg in der Kategorie beste Schauspielerin in einer TV-Comedy für sich. Sie wird derzeit wegen Brustkrebs behandelt und nahm an der Verleihung nicht persönlich teil.

Ebenfalls wie 2017 gewann William H. Macy den Preis als bester Darsteller in einer Comedyserie. Geehrt wurde er für seine Rolle in "Shameless". In der Serie spielt er einen Alkoholiker und Vater. Als beste Darstellerin in einer Drama-Serie bekam Claire Foy die Auszeichnung für "The Crown", bester Schauspieler wurde Sterling K. Brown in "This is Us".

Hier sehen Sie die Nominierungen 2018 für die Oscars

(mro)