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„X-Factor": Unheimliche Geschichte um „Morbach-Werwolf“

Neue Folge von „X-Factor: Das Unfassbare“ : Wahr oder Fiktion? Unheimliche TV-Story um „Morbach-Werwolf“

Die Kultsendung „X-Factor: Das Unfassbare“ hat an Halloween mit vier neuen Geschichten bei RTL Zwei ein Comeback gefeiert. Eine der geheimnisvollen Episoden spielt dabei in Morbach.

Szenenwechsel, „X-Factor - Kerze im Wald“: Die Berufssoldaten Ralf und Tommy patrouillieren in der Dämmerung durch den Wald im Landkreis Bernkastel-Wittlich und kontrollieren den Wachzaun. Plötzlich ist Ralf verschwunden. „Was soll denn der Blödsinn jetzt?“, fragt sich Tommy, als er plötzlich an ein Werwolf-Grab kommt.

Die Legende um den „Morbach-Werwolf“

Der Legende nach, an die die Menschen angeblich bis heute immer noch glauben, wurde ein Räuber dazu verflucht, bei Vollmond als Werwolf zu jagen. Nur solange die Kerze auf seinem Grab brennt, bleibe er darin gebannt.

Tommy taucht wieder auf und jagt seinem Kollegen einen Schrecken am Grab ein. Die beiden beruhigen sich zum Glück wieder. Es wird noch dunkler, als sie ein Loch im Zaun entdecken. Dann taucht er auf, mit grausamen roten Augen. Der Werwolf springt drei Meter hoch über einen Zaun und über die Soldaten; diese feuern auf ihn mit ihren Gewehren. Vergebens.

Niemand glaubte den beiden Soldaten die furchtbare Geschichte, aber sie blieben bei ihrer Version. „Das Ding ist über uns rüber gesprungen“, sagte Ralf. „Ich habe ihn auch gesehen“, schwor Tommy. Sie beteuerten, dass sich alles genau so ereignet hatte. Ein blutiges Hemd und das Loch im Zaun bestärkte die Soldaten in ihrem Glauben an den „Morbach-Werwolf“. Zudem schworen sie sich, dass die Kerze auf dem Werwolf-Grab immer weiter brennt.

Die Auflösung: Ist die Geschichte wahr oder frei erfunden?

Kultmoderator Jonathan Frakes (69) moderierte auch die neue Folge „X-Factor: Das Unfassbare“. Und am Ende der Sendung klärt er darüber auf, ob diese Geschichte „Kerze im Wald“ aus Morbach wirklich wahr ist. Ist das die Wahrheit oder ist das Fiktion? Tatsächlich wird in der TV-Sendung die Tafel „Wahr“ eingeblendet: Diese Sage existiert wirklich.

Woher stammt die Sage um das Monster von Morbach?

Der aus Wittlich stammende Kulturanthropologe Matthias Burgard hat die Hintergründe der Legende erforscht und 2008 ein Buch mit dem Titel „Das Monster von Morbach“ veröffentlicht.

Damals war überraschend, dass in Morbach selbst fast niemand von der Geschichte gehört hatte und die Werwolf-Sage hauptsächlich unter US-Amerikanern – insbesondere Soldaten – weitererzählt wurde.

Sechs von 24 befragten US-Soldaten gaben an, die Sage zu kennen. Mal spiele die Geschichte in Morbach, mal sogar in Wittlich. Aufgrund der Gegebenheiten ging der Forscher Burgard allerdings davon aus, dass das ehemalige Munitionslager von Wenigerath, der heutige Morbacher Energiepark, Schauplatz der Sage ist.

Wie sich die Sage laut eines Wittlicher Forschers entwickelt hat

Bei Recherchen mit amerikanischen Soldaten wurden für Burgard die Beweggründe zur Entstehung solcher Erzählungen deutlich. Es sei meistens vor allem eine Schutzfunktion gewesen – eine Warnung vor der Fremde im Einsatz.

Eine für ihn mögliche Erklärung für die Erfindung des „Morbach-Werwolfs“: Die Nazis nannten einst eine Kampftruppe gegen US-Soldaten „Werwölfe“. Wenn dann in einer waldreichen Gegend wie dem Hunsrück nachts seltsame Geräusche rund um ein amerikanisches Munitionslager zu vernehmen waren, zusätzlich aus der Ferne Hundebellen, dann lebten Mythen auf. So entstand das Monster von Morbach, eine Fiktion, die für die Soldaten realistische Hintergründe hat.