Fünf Tage, fünf Köche und 1500 Euro Preisgeld

Fünf Tage, fünf Köche und 1500 Euro Preisgeld

Kulinarischer Gaumenschmaus oder ungenießbare Geschmackshölle? Was genau die fünf Kandidaten der Kochsendung "Das perfekte Dinner" in Trier gebrutzelt haben, wird erst bei der Ausstrahlung der Sendung Mitte Januar verraten. Der TV war bei den Dreharbeiten dabei und hat Sandra Westphal und ihre Mitkandidaten besucht.

Trier. (MAZ) Ein Kamerateam mitten im Trierer Karstadt-Supermarkt in der Simeonstraße? "Was ist denn hier los?", fragt ein Mann erstaunt, auch andere Trierer gucken neugierig. Das Filmteam ist eines von drei Teams, die die Kandidaten der Kochsendung "Das perfekte Dinner" (DPD) über fünf Tage begleiten (siehe Extra). Zum ersten Mal dreht der Sender Vox das beliebte Format, das täglich um 19 Uhr über die Bildschirme flimmert, in Trier und Umgebung.

Fünf Kandidaten aus der Region haben sich eine Woche lang kennengelernt und bekocht. Susanne Thinnes (32), Ergotherapeutin in Elternzeit, aus Detzem, hat die Sendung verfolgt, seit es sie gibt, und wurde auf der Genussmesse in München vom DPD-Team angesprochen. Betriebswirt Christian Breuer (34) aus Riol hatte vor fünf Jahren eine E-Mail an Vox geschrieben und sein Interesse bekundet, jetzt ist er dabei. Schiffsführer Siegfried Böhme (60) wurde von seiner Tochter angemeldet. Geschäftsleiter Jörg Mechenbier (33) wurde Kandidat, weil das DPD-Team in seinem Laden einen Flyer aufhing und ihn interessant fand. Genauso war es bei Modedesignerin Sandra Westphal. Der TV hat die 32-jährige Wahltriererin begleitet. Denn sie musste sich als erste Kandidatin beweisen und versuchen, das perfekte Dinner zu kochen.

Sandra Westphal ist müde. Das Fernsehteam stand schon um 8 Uhr morgens bei ihr vor der Tür. Ihren Alltag bestreitet sie als Designerin von Taschen. In der Neustraße in Trier hat sie ihr Atelier mit Ladenlokal. Bis elf Uhr wird dort gedreht.

Der Zeitplan ist straff. Bei Karstadt kauft die Kandidatin die Zutaten für ihr Dinner. Auf Schritt und Tritt wird sie mit der Kamera verfolgt, muss Einstellungen wiederholen wie ihr Sprüchlein zur Metzgereifachverkäuferin: "Ich koche heute für vier Gäste und brauche Filet." Die Verkäuferin greift ein saftiges, dunkelrotes Stück zartes Filet. Das Kamerateam stoppt den Dreh. "Das brauchen wir jetzt noch mal aus einer anderen Perspektive", sagt der Aufnahmeleiter. Also geht Sandra Westphal noch einmal zur Theke und wiederholt geduldig ihren Wunsch.

Die Tüten sind voll, die Einkaufsszene ist im Kasten. Sandra Westphal hastet quer durch die Stadt nach Hause. Um 13.30 Uhr klingelt schon das nächste Kamerateam. "Ich bin so aufgeregt. Überall stehen Reflektoren, Scheinwerfer, Kabel werden verlegt", sagt die Kandidatin. Es geht an die Vorbereitung des Drei-Gänge-Menüs, dessen Rezepte bis zur Ausstrahlung der Sendung im Januar ein Geheimnis bleiben. Das Auge der Kamera ist immer auf die Kandidatin gerichtet. Zu viel darf sie vorab nicht erledigen, da passt das Team auf. Schließlich soll es fair zugehen. Die junge Designerin steht so unter Strom, dass sie ihre Müdigkeit schnell vergessen hat. Das Motto ihres Menüs: Lateinamerika. Dort hat sie viele Jahre mit ihrer Familie gelebt. Jeden Vorgang muss sie erläutern und Fragen beantworten. Was ist das für ein Gemüse? Wie lange muss das kochen? "Mir war nicht bewusst, wie aufwendig das ist. Deshalb ist mir die Zeit davongelaufen", sagt die Hobbyköchin.

Es ist halb sieben. Sandra Westphal hastet in ihrer Küche hin und her - stampft die Limetten für die Cocktails, schiebt Häppchen in den Ofen. "Ich wollte noch ein Brot backen, dafür ist es zu spät." Nacheinander klingeln ihre Mitkandidaten an der Tür. Alle bestaunen die weiträumige Altbauwohnung der 32-Jährigen, in der sich ihr Beruf widerspiegelt. Das Wohnzimmer ist in beige-türkis gehalten, genauso die Couch im sechziger Jahre Stil. Im Esszimmer stehen ein altes Küchenbüffet und ein großer Holzesstisch.

Zum Aufwärmen gibt es eine Caipirinha. Alle stellen sich vor, beschnuppern sich. Immer sind die Kameras dabei. Kandidatin Susanne Thinnes sagt: "Sandra hat es am ersten Abend am schwersten. Ich habe großen Respekt vor ihr." Nach der Begrüßung werden nacheinander erste Reaktionen der Teilnehmer aufgenommen. Die Hobbyköche landen in der Abstellkammer, denn die Bewertung ist geheim.

Zeit zu fragen, warum sie beim perfekten Dinner mitmachen. Jörg Mechenbier bringt die Gründe auf den Punkt: "Das ist wie die Sendung mit der Maus für große Jungs und Mädchen. Der Blick hinter die Kulissen einer Fernsehsendung ist spannend." Alle sind sich einig: "Uns geht es nicht ums Gewinnen, sondern um das Dabeisein und gutes Essen."

Die Aussage der Aufnahmeleiterin bewahrheitet sich. "Das ist kein Dinner, wie sie es von zu Hause kennen." Kein Biss, keine Bewegung, kein Gespräch bleibt unbeobachtet. Die Besucher geben erste Bewertungen ab, während Sandra Westphal in der Küche ihre Gänge auf die Teller bringt. Sie sagt: "Ich habe einen roten Kopf, und mein Adrenalinspiegel schwappt über." Dass sie in der Aufregung vergessen hat, das Fleisch zu würzen, fällt niemandem auf - und Sandra behält es für sich. "Sonst bin ich zufrieden mit meinem Abend, die Teller waren leer gegessen. "Ich hätte mir acht von zehn Punkten gegeben."

Erst gegen halb zwei Uhr morgens verabschieden sich Besucher und Team. "Meine Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld", sagt Sandra, die noch in der Nacht alles spült und aufräumt.

Das Resümee des Dinner-Projekts: "Ich hatte eine aufregende und anstrengende Woche mit wenig Schlaf, die ich nie vergessen werde." Eine ganze Woche schlemmen ist selbst für jemanden mit gutem Appetit zu viel: "Auf meinem Speiseplan steht jetzt Obst und Gemüse. Ich gönne mir eine fleischfreie Zeit", sagt die Hobbyköchin lachend.

Wer das Preisgeld gewonnen hat, wird erst in der Sendung verraten, die Mitte Januar 2011 ausgestrahlt wird. Die Kandidaten sehen sich wieder. Sie wollen von einem Teil des Preisgeldes gemeinsam essen gehen.

Extra

Das perfekte Dinner ist eine Kochsendung, die täglich um 19 Uhr beim Fernsehsender Vox ausgestrahlt wird. Dort müssen fünf Hobbyköche ihren Mitkandidaten an je einem Abend ein Drei-Gänge-Menü zaubern, das mit bis zu zehn Punkten bewertet wird. Ausschlaggebend ist nicht nur das Essen, sondern auch die Gastgeberqualität des jeweiligen Kandidaten. Dem Kandidaten mit den meisten Punkten winken am Ende der Woche 1500 Euro Gewinn.

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