Klaas Heufer-Umlauf sammelt Geld für Rettung von Flüchtlingen

Spenden-Aktion : Klaas Heufer-Umlauf sammelt Geld für Rettung von Flüchtlingen

Das Rettungsschiff „Lifeline“ wurde von Malta beschlagnahmt und kann vorerst keine Flüchtlinge auf dem Mittelmeer retten. TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf ruft deshalb dazu auf, Geld zu spenden - um ein neues Schiff loszuschicken.

Viele Flüchtlinge seien im Mittelmeer ertrunken, sagt TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf in einem Video, das er am Wochenende auf Twitter veröffentlichte. Dass nicht noch mehr Menschen beim Versuch gestorben seien, von Afrika nach Europa zu gelangen, hätten Hilfsorganisationen verhindert, die die Menschen auf dem Mittelmeer gerettet hätten. Nun seien deren Schiffe beschlagnahmt worden und könnten nicht mehr auslaufen. Deswegen unterstütze er das Projekt „Civilfleet“ und bitte um Spenden, sagt Heufer-Umlauf. „Ich würde mich freuen, wenn wir etwas Geld zusammenbekommen, um ein weiteres oder mehrere Schiffe zu chartern, um diese Situation nicht einfach auszusitzen, sondern weiterzumachen.“

In den vergangenen Tagen waren die Rettungsschiffe der Hilfsorganisationen „Lifeline“ und „Sea-Watch“ von Malta beschlagnahmt worden. Der Kapitän der „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, muss sich außerdem vor Gericht verantworten.

Deshalb hatte schon Fernsehmoderator Jan Böhmermann einen Spendenaufruf gestartet - mit dem Geld sollen Reischs Prozess- und Gutachterkosten gedeckt werden. Bis Montagvormittag sind fast 200.000 Euro zusammengekommen.

Nun engagiert sich auch Heufer-Umlauf. Was solle daran illegal sein, Menschen auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten, fragt der TV-Moderator in seinem Video. Das Gerichtsverfahren und dessen Kosten seien aber nur das eine. „Die andere Sache: In dieser Zeit passiert eben nichts.“ Solange ihre Schiffe beschlagnahmt seien, könnten die Retter nicht auslaufen. Deshalb solle ein neues Schiff gechartert werden. Seit seinem Aufruf sind über die Crowdfunding-Seite „Leetchi“ schon mehr als 130.000 Euro für das Projekt „Civilfleet“ zusammengekommen (Stand: Montagvormittag). Unter dem Aufruf werden viele Spender mit kleinen Beträgen von 10, 15 oder 20 Euro aufgelistet. Andere gaben demnach 50, 100 oder 200 Euro.

Am Wochenende hatten Tausende Menschen in mehreren deutschen Städten für die Seenotrettung von Flüchtlingen demonstriert. Hintergrund ist das Vorgehen mehrerer Mittelmeer-Anrainer, darunter Italien, Spanien und Malta. Sie wollen die Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen abweisen. Italien kündigte außerdem an, dass die Regierung künftig auch keine Marineschiffe mit Flüchtlingen an Bord anlegen lasse wolle. Zuvor hatte die „Samuel Beckett“ der irischen Marine mit 106 Flüchtlingen und Migranten an Bord im sizilianischen Hafen von Messina angelegt. Das Schiff nahm an der EU-Mission „Sophia“ teil.

(wer/epd)
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