| 08:38 Uhr

Polizei findet Leichen in Wohnung
Kampfhund soll Mutter und Sohn getötet haben

Hannover. Ein Leichenfund in Hannover gibt den Behörden Rätsel auf: In einer Wohnung im Stadtteil Groß-Buchholz hat die Polizei am Dienstagabend zwei Tote entdeckt. Dabei handele es sich um eine 53-jährige Frau und ihren 27-jährigen Sohn. Ein Kampfhund soll die Menschen angegriffen haben.

Ein Leichenfund in Hannover gibt den Behörden Rätsel auf: In einer Wohnung im Stadtteil Groß-Buchholz hat die Polizei am Dienstagabend zwei Tote entdeckt. Dabei handele es sich um eine 53-jährige Frau und ihren 27-jährigen Sohn. Ein Kampfhund soll die Menschen angegriffen haben.

Wie die Polizei in der niedersächsischen Hauptstadt am Mittwoch mitteilte, griff das Tier die Opfer anscheinend aus noch unbekannten Gründen in deren Wohnung an und verletzte sie tödlich. Die Beamten sprachen von einem "Unglück". Die Ermittlungen zu den Abläufen liefen noch.

Der Polizei zufolge hatte eine Angehörige am Dienstagabend durch ein Fenster der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus einen Toten gesehen und den Notruf gewählt. Feuerwehrleute fingen zunächst den Staffordshire-Terrier ein, bevor Rettungskräfte die Räume betraten. Dort fanden sie die Toten. Nach ersten Erkenntnissen eines Rechtsmediziners wurden sie offenbar von dem Hund getötet.

Tödliche Hundeattacken sind sehr selten

Tödliche Hundeangriffe sind aus Sicht einer Forscherin der Tierärztlichen Hochschule Hannover sehr selten. "Man kann das an einer Hand abzählen", sagte Veterinärin Dunia Thiesen-Moussa, die auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist. Zu dem konkreten Fall in Hannover konnte die Expertin nichts sagen. In der Regel zeigten sich Hunde aggressiv, wenn sie mit viel Druck und Gewalt erzogen worden seien, sagte die Wissenschaftlerin.

An der Tierärztlichen Hochschule in Hannover werden nach Angaben der Ärztin pro Jahr etwa 60 bis 80 Hunde, die Menschen mehr als geringfügig verletzt haben, bei sogenannten Wesenstests begutachtet. Thiesen-Moussa macht das seit Oktober 2013. "Seitdem hatten wir keinen vergleichbaren Fall", sagte die Tierärztin mit Blick auf die Attacke in der Nacht zum Mittwoch. Es habe auch kein Hund eingeschläfert werden müssen. Für als gefährlich eingestufte Hunde müssen die Halter in Niedersachsen eine Erlaubnis beantragen.

In Niedersachsen müssen alle Hundehalter seit einigen Jahren einen Hundeführerschein machen, wenn sie sich ein Tier neu anschaffen. Der sogenannte Sachkunde-Nachweis besteht aus einer theoretischen Prüfung vor Beginn der Hundehaltung und einem Praxistest im ersten Haltungsjahr. Nach einer Vielzahl von teils tödlichen Zwischenfällen mit Kampfhunden war es das Ziel des Testes, die Zahl der Attacken von Hunden zu reduzieren.

(felt)