| 17:28 Uhr

Tragödie in New York
Polizei tötet unbewaffneten Schwarzen mit zehn Schüssen

Die angebliche Waffe des Opfers.
Die angebliche Waffe des Opfers.
New York. Schon wieder ist es in den USA zu einem tödlichen Zwischenfall zwischen Polizisten und einem Schwarzen gekommen: New Yorker Polizisten haben einen Afroamerikaner erschossen, dessen angebliche Waffe sich danach als Pfeife heraus gestellt hat.

Nachdem drei Notrufe eingegangen seien hätten sich fünf Polizisten dem Mann an einer Straßenecke im Viertel Brooklyn genähert, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Donnerstag. Der Mann habe mit einem Objekt auf die Polizisten gezielt, woraufhin diese insgesamt zehn Schüsse abgaben.

Der 34-jährige Mann, der Angehörigen zufolge psychisch krank war, erlag im Krankenhaus seinen Schussverletzungen. Das Opfer war laut US-Medienberichten in der Nachbarschaft bekannt. Der Mann soll nicht gewalttätig gewesen sein. Dutzende Menschen protestierten danach auf den Straßen Brooklyns gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Erst vor wenigen Wochen hatte ein ähnlicher Fall im kalifornischen Sacramento für Proteste gesorgt. Dort war ein 22-jähriger Afroamerikaner von zwei Polizisten mit 20 Kugeln im Garten seiner Großmutter erschossen worden. Laut Polizeiangaben soll er zuvor mehrere Autoscheiben eingeschlagen haben. Die Polizisten hielten das Smartphone des Mannes fälschlicherweise für eine Schusswaffe.

In den USA gibt es seit Langem eine Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze. Unter dem Schlagwort "Black Lives Matter" hat sich eine nationale Protestbewegung formiert.

(felt)