| 19:58 Uhr

Tödliche Attacke in Hannover
Hund "Chico" wird bald eingeschläfert

Der Staffordshire-Terrier-Mischling wird in einem Gehege im Tierheim Hannover von einer Mitarbeiterin gefüttert.
Der Staffordshire-Terrier-Mischling wird in einem Gehege im Tierheim Hannover von einer Mitarbeiterin gefüttert.
Hannover . Die Gerichtsmediziner sind sich sicher: Die beiden Opfer der Kampfhundattacke in Hannover, der 27-jährige Hundehalter und dessen Mutter, wurden von dem Tier totgebissen.

Die Gerichtsmediziner sind sich sicher: Die beiden Opfer der Kampfhundattacke in Hannover, der 27-jährige Hundehalter und dessen Mutter, wurden von dem Tier totgebissen. Das bedeutet den Tod des Tieres durch Einschläferung.

Dass der Hund schuld am Tod der beiden Opfer schuld sei, habe sich bei der rechtsmedizinschen Untersuchung bestätigt, teilte die Polizei am Freitag mit. Warum der Hund seine beiden Bezugspersonen angriff und tötete, ist weiterhin unklar.

Bei den Opfern seien die "durch den Staffordshire-Terrier-Mischling verursachten Bissverletzungen todesursächlich" gewesen, hieß es. Der Hund war nach der Attacke am Dienstagabend in ein Tierheim gebracht worden. "Chico" soll nun getötet werden. "Nachdem das Obduktionsergebnis nun bekannt ist, steht fest: Der Hund wird definitiv zeitnah eingeschläfert", sagte der Sprecher der Stadt Hannover, Udo Möller.

Die 52-Jährige war pflegebedürftig, der 27-jährige Sohn schwer krank. Er hatte den Hund in einem Metallkäfig in seinem Zimmer gehalten und Nachbarn zufolge nur selten ausgeführt. Ein Rentnerpaar hatte in der Vergangenheit den Tierschutzverein informiert, der bei zwei Besuchen 2014 und 2016 allerdings keine Vernachlässigung des Terrier-Mischlings feststellte. Der Stadt Hannover sind keine früheren Angriffe bekannt, "Chico" war angemeldet und nicht als gefährlicher Hund eingestuft.

Stadt räumt Fehler ein

Den Behörden ist Chico aber wohl bereits 2011 aufgefallen. Nach einem Hinweis des Amtsgerichtes hätte das Tier damals begutachtet werden müssen, was aber unterblieben sei, teilte die Stadt am Freitag mit. Nach jetzigen Erkenntnissen hätte eine Begutachtung dazu geführt, dass dem Besitzer die Haltung des Tieres verboten worden wäre. Die genauen Umstände für dieses Versäumnis und mögliche Konsequenzen würden derzeit untersucht. Einzelheiten will die Stadt am Montag bekanntgeben.

Derartige Attacken kommen höchst selten vor. Jährlich sterben in Deutschland im Schnitt drei bis vier Menschen durch Hunde. Nach der Attacke in Hannover war umgehend der Ruf nach strengeren Kontrollen für Hundebesitzer laut geworden. Auch eine neue Diskussion über sogenannte Kampfhunde kam auf.

(felt)